Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn: Impfen muss verpflichtend sein

Pläne von Gesundheitsminister Spahn : Impfen muss verpflichtend sein

Eine Impfpflicht ist notwendig, weil alle anderen Maßnahmen gescheitert sind. Gesundheitsminister Jens Spahn will dies 2020 einführen und ist damit auf dem richtigen Weg. Denn Impfgegner verhalten sich unsozial.

Dass es in Deutschland seit Jahren nicht gelingt, die Impfquote bei Masern um wenige Prozentpunkte anzuheben, ist beschämend. Für die allermeisten Menschen wäre es so einfach, beim nächsten Arztbesuch den eigenen Impfschutz prüfen und gegebenenfalls auffrischen zu lassen. Denn nach Angaben von Ärzten sind nicht einmal unverbesserliche Impfgegner das Hauptproblem, die sich vehement gegen wissenschaftliche Fakten sperren. Die größte Hürde: Schlechtes Terminmanagement, Bequemlichkeit. Und deswegen zählten Experten zuletzt wieder mehr Krankheitsfälle, davon auch einige mit Todesfolge. Dabei müsste in Deutschland niemand mehr einer Krankheit zum Opfer fallen, die schon längst hätte ausgerottet sein können. Es ist unverständlich, warum es ausgerechnet Deutschland als eine der größten Industrienationen der Welt nicht schafft, die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation zu erfüllen. Was für ein Armutszeugnis!

Wer sein Kind nicht gegen Masern impfen lässt – und zwar mit beiden Impfungen – schadet der Gesellschaft. Solche Menschen verhalten sich unsozial. Gesundheitsminister Jens Spahn ist daher auf dem richtigen Weg: Wir brauchen eine Impfpflicht. Und damit sie wirkt, sind Bußgelder notwendig. Zugegeben, eine Impfpflicht ist eine Krücke. Ein Notbehelf, weil es anders nicht mehr geht. Sie stellt einen nicht unerheblichen Eingriff in Grundrechte wie die körperliche Unversehrtheit dar. Diese ist in der Verfassung verankert, jede Verletzung bedarf genauer Prüfung. Doch in der Abwägung mit den Gefahren für die Gesellschaft insgesamt und für besonders schutzbedürftige Personen wie Säuglinge im Speziellen ist dieser Eingriff das kleinere Übel. Gut, wenn die Impfpflicht möglichst noch in diesem Jahr von dem Bundestag verabschiedet wird.

(jd)
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