Pisa-Studie Das deutsche Bildungs-Desaster

Meinung | Berlin · Jugendliche in Deutschland erhalten in Mathematik, im Lesen und in Naturwissenschaften die niedrigsten Werte, die für Deutschland jemals im Rahmen von Pisa gemessen wurden. Es ist eine Bildungs-Tragödie, die hausgemacht ist.

Eine Lehrerin schreibt eine Mathematikaufgabe auf eine digitale Schultafel im Klassenraum einer 4. Klasse einer Grundschule in der Region Hannover. Die deutschen Schülerinnen und Schüler haben im internationalen Leistungsvergleich Pisa im Jahr 2022 so schlecht abgeschnitten wie noch nie zuvor.

Eine Lehrerin schreibt eine Mathematikaufgabe auf eine digitale Schultafel im Klassenraum einer 4. Klasse einer Grundschule in der Region Hannover. Die deutschen Schülerinnen und Schüler haben im internationalen Leistungsvergleich Pisa im Jahr 2022 so schlecht abgeschnitten wie noch nie zuvor.

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Über den Zustand an deutschen Schulen wird oft gemunkelt, nun hat man ihn schwarz auf weiß: Die deutschen Schülerinnen und Schüler haben in der internationalen Leistungsstudie Pisa im Jahr 2022 so schlecht abgeschnitten wie noch nie zuvor. Sowohl im Lesen als auch in Mathematik und Naturwissenschaften handelt es sich um die niedrigsten Werte, die für Deutschland jemals im Rahmen von Pisa gemessen wurden. Es ist das erste Pisa-Zeugnis seit der Corona-Pandemie.

Zusammengefasst: Das Ergebnis ist nicht mehr mit ausreichend zu bewerten, sondern mit mangelhaft bis ungenügend. Es ist eine Schande für das reiche Deutschland. Die Schulschließungen während der Corona-Pandemie waren ein Fehler, auch das hat man nun schwarz auf weiß. Dies mag noch entschuldbar sein, weil man keine Erfahrungen im Umgang mit einer solchen Pandemie hatte.

Für den zweiten Grund aber trägt allein die Politik die Verantwortung: Die sogenannte Heterogenität der Schüler. Das Migrationsproblem wird in Deutschland an die Schulen verlagert, Lehrer, Rektoren, Eltern und vor allem die Schüler müssen es ausbaden. Wie sollen Kinder, die kein oder ganz schlecht deutsch sprechen, in normalen Klassen mithalten können? Und wie sollen begabte Schüler weiterkommen, wenn in ihren Klassen ununterbrochen absolute Grundkenntnisse wiederholt werden? Es sind einfach zu viele Herausforderungen für zu wenige und überforderte Lehrkräfte. Auch für das Bildungswesen gilt: die Eindämmung der Migration hilft auch den Schulen. Und die Idee, die Klassen nicht aufzuteilen nach Sprach - und Leistungsstufen hat sich erledigt. Sonst fallen alle zurück.

Vielmehr sollte der Ganztag an Schulen gezielt zur individuellen Förderung genutzt werden. Auch die Ausbildung der Lehrkräfte sollte auf den Prüfstand. Sind die Anforderungen an Lehrerinnen und Lehrer in der Vermittlung der MINT-Kompetenzen noch die richtigen? Schulen brauchen ausreichend Personal und einen ausreichenden Etat. Doch Geld ist nicht alles, das machten die Pisa-Forscher bei der Vorstellung ihrer Studie auch ganz deutlich. Die Frage ist, wohin investiert wird.

Die Bildung jedenfalls sollte auf der politischen Tagesordnung rasant ganz nach oben wandern. Und eine engere Zusammenarbeit der Länder untereinander und mit dem Bund ist zwingend notwendig.

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