Medienbericht Verband fordert Verankerung von Pflege im Grundgesetz

Berlin/Passau · Am Freitag soll der Bundestag über die geplante Pflegereform abstimmen. Vorher macht ein Verband einen Vorschlag, wie Pflege abgesichert werden soll – und nennt ein Land als Vorbild.

 Eine Pflegefachkraft legt in der ambulanten Pflege einen Kompressionsverband an (Symbolbild).

Eine Pflegefachkraft legt in der ambulanten Pflege einen Kompressionsverband an (Symbolbild).

Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Die pflegerische Versorgungssicherheit gehört laut der Präsidentin des Deutschen Pflegerates, Christine Vogler, im Grundgesetz verankert. „Denn was ist denn die Gegenkonsequenz, wenn niemand Anspruch auf Pflege hat? Dann würden Menschen vielleicht zu Hause verdursten, weil niemand da ist. Sie würden sterben oder einsam und isoliert leben“, sagte Vogler im Interview den Zeitungen der Mediengruppe Bayern (Donnerstag). Als Beispiel verweist sie auf die Schweiz, wo die pflegerische Versorgung bereits in die Verfassung geschrieben worden sei.

Vogler äußerte sich mit Blick auf die geplante Pflegereform des Bundesgesundheitsministeriums, die am Freitag im Bundestag verabschiedet werden soll. Dieses sieht unter anderem eine Erhöhung der Leistungen für die ambulante Pflege Anfang 2024 um 4,5 Prozent vor. Das liege jedoch weit unter dem, was es bräuchte, um mit der fortschreitenden Inflation mitzuhalten, kritisierte Vogler.

Aus Sicht der Pflegeratspräsidentin bringt das geplante Gesetz weder Entlastung, noch sichere es Pflegeleistungen für die Zukunft. „Es ist ein Versuch, zu retten, was wir übermorgen gar nicht mehr mit der vorhandenen Pflegeversicherung gestemmt bekommen“, kritisierte Vogler. „In vier bis fünf Jahren werden wir den Kipppunkt erreichen. Dann geht so viel Pflegefachpersonal in Rente, dass wir dieses niemals durch Ausbildung nachbesetzt bekommen.“

(peng/kna)
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