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Schlammschlacht bei Hamburger SPD: Petersen beansprucht den Abstimmungs-Sieg

Schlammschlacht bei Hamburger SPD : Petersen beansprucht den Abstimmungs-Sieg

Hamburg (RPO). Das Abstimmungs-Debakel mit 1000 verschwundenen Stimmzetteln stürzt die Hamburger SPD ins Chaos. Der Landesvorsitzende Wolfgang Petersen nimmt den Abstimmungssieg für sich in Anspruch: Er habe gewonnen, selbst wenn seiner Konkurrentin 1000 Stimmen zugerechnet würden.

Nach der gescheiterten Mitgliederbefragung über ihren Spitzenkandidaten für 2008 sucht die Hamburger SPD jetzt nach einem Ausweg aus der Krise.

Wie aus Parteikreisen verlautete, könnten sowohl Petersen als auch seine Konkurrentin Dorothee Stapelfeldt ihre Kandidatur zurückziehen. Petersen bekräftigte jedoch, er werde an seiner Bewerbung um die Spitzenkandidatur festhalten.

Nach einer inoffiziellen Auszählung der Stimmen habe er die Mitgliederbefragung gewonnen, selbst wenn die verschwundenen knapp 1000 Briefwahlstimmen zugunsten seiner Konkurrentin gewertet würden, sagte er im NDR.

Das Mitglied der SPD-Wahlkommission, Friedrich-Joachim Mehmel, betonte jedoch, eine Manipulation in größerem Ausmaß sei nicht ausgeschlossen. Mindestens die 1459 abgegebenen Briefwahlstimmen seien einer Manipulation zugänglich gewesen - sowohl die 509 in der Urne befindlichen als auch die 950 fehlenden Wahlzettel, die in andere Urnen hätten einfließen können.

Die vorliegenden Stimmen der Mitglieder seien offenbar in einer "privaten Aktion" der beiden Bewerber um die Bürgermeisterkandidatur nach dem offiziellen Abbruch der Stimmauszählung weiter ausgezählt worden, sagte Mehmel. Wie auch immer das Ergebnis laute, nach den Manipulationen habe die Mitgliederbefragung ihren Wert und ihre Aussagekraft verloren und sei auch juristisch anfechtbar.

(apbackup)