Peter Hauk bescheinigt Seehofer, "einen Sparren weg zu haben"

CDU-Mann Peter Hauk : „Horst Seehofer hat einen Sparren weg“

Das Verhalten des Innenministers Horst Seehofer in den letzten Tagen stößt auch in den Reihen der CDU auf Unverständnis. Sehr deutliche Worte fand der Agrarminister aus Baden-Württemberg.

Peter Hauk (CDU) bewertete das Verhalten von Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer im unionsinternen Asylstreit kritisch. „Dass der CSU-Vorsitzende doch sichtbar einen Sparren weghat, das scheint auch klar zu sein“, sagte Hauk am Dienstag in Stuttgart. Man könne Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nur Respekt zollen, dass sie in der Situation die Fassung und die Einheit der Union bewahrt habe. Wer einen Sparren weg hat, gilt umgangssprachlich als leicht verrückt.

Und auch aus Sicht des Bremer CDU-Landeschefs Jörg Kastendiek hat sich Seehofer durch sein Verhalten im Asylstreit als Regierungsmitglied disqualifiziert. "Ich finde, dass Herr Seehofer nicht mehr Mitglied der Bundesregierung sein darf", sagte Kastendiek am Dienstag im Interview von Radio Bremen.
"Und deswegen bin ich der Meinung, dass die CSU ihn eigentlich abziehen müsste." Seehofer habe sich charakterlich und durch die Art, wie er sich seit dem Wochenende eingelassen habe, als ungeeignet für ein Mitglied dieser Bundesregierung offenbart.

Am Sonntag hatte Seehofer bei einer Sitzung des CSU-Vorstands in München erklärt, er wolle von seinen Ämtern als Parteichef und Innenminister zurücktreten. Nach Gesprächen in der engsten Parteiführung sagte er dann, er werde seine politische Zukunft von einem Einlenken der CDU abhängig machen. Nach einem Kompromiss im Asylstreit kündigte er dann an, er wolle nun doch Minister bleiben.

(felt/dpa)
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