Pleite bei Europawahl: Peter Gauweiler verteidigt EU-Bashing der CSU

Pleite bei Europawahl : Peter Gauweiler verteidigt EU-Bashing der CSU

Der CSU-Vizevorsitzende Peter Gauweiler hat eine Mitverantwortung am schlechten Abschneiden seiner Partei bei der Europawahl eingeräumt, gleichzeitig aber die EU-Kritik der Christsozialen vor der Wahl verteidigt.

"Wenn die Ursache für das schlechte Ergebnis die Kritik an der EU sein soll, bin ich sogar am meisten 'schuld'", sagte Gauweiler der "Welt" (Mittwochsausgabe). "Aber man muss für eine richtige Politik auch Einbußen in Kauf nehmen."

Gauweiler verwies in diesem Zusammenhang auf Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und dessen "unerschrockenes Verhalten bei der Agenda 2010". Die CSU müsse weiter offensiv Missstände aufzeigen. "Wenn wir als CSU aus der Europawahl den Schluss zögen, künftig vor Fehlentwicklungen in Brüssel zu verstummen, dann hätten wir die bayerischen Wähler gründlich missverstanden."

Er wolle "nicht wissen, wie das Wahlergebnis in Bayern aussähe, wenn wir uns mit der Kritik an der EU zurückgehalten hätten". Gauweiler bestritt zugleich eine Mitverantwortung der CSU für das gute Abschneiden der euroskeptischen AfD.

"EU-kritische Parteien werden durch kritikwürdiges Verhalten der EU gepäppelt und durch das Wegschauen der etablierten Parteien vor solchen Missständen", sagte der CSU-Vize.

Die CSU war bei der Wahl zum Europaparlament am Sonntag in Bayern von 48,1 Prozent im Jahr 2009 auf 40,5 Prozent abgerutscht. Es war ihr schlechtestes landesweites Ergebnis seit sechzig Jahren.

(DEU)
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