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Bis zum Jahr 2050: Pensionskosten steigen auf 7,1 Milliarden Euro

Bis zum Jahr 2050 : Pensionskosten steigen auf 7,1 Milliarden Euro

Berlin (RP). Die Pensionszahlungen für Bundesbeamte werden sich bis 2050 mehr als verdreifachen. Sie steigen auf 7,1 Milliarden Euro pro Jahr. 2007 lagen die Ausgaben für die Altersversorgung der Staatsdiener bei 2,1 Milliarden Euro.

Das geht aus dem Entwurf für den vierten Versorgungsbericht der Bundesregierung hervor, der unserer Zeitung vorliegt. Gegenüber 2007 steigen die Pensionskosten damit um 238 Prozent. Die Berechnungen basieren auf einem jährlichen Anstieg der Bezüge ab 2010 um 2,5 Prozent.

Die Lage in NRW ist wegen der Zuständigkeit für die meist im höheren Dienst angestellten Lehrer noch dramatischer. Interne Schätzungen gehen von Pensionskosten im Jahr 2050 von mehr als 20 Milliarden Euro aus. Mit 152 271 Pensionären ist NRW Spitzenreiter aller Bundesländer.

Details zu den Pensionslasten aller Gebietskörperschaften, also Bund, Ländern und Gemeinden, sind in dem Bericht nicht aufgeführt. Die Länder legen eigene Statistiken vor.

Nach Berechnungen der Technischen Universität Dresden steigt die Zahl der Versorgungsempfänger in Bund, Ländern und Gemeinden allerdings gewaltig von aktuell rund 900.000 auf 1,6 Millionen Ruheständler im Jahr 2040. Die finanzielle Belastung für die öffentlichen Haushalte ist enorm. Laut Universität Freiburg muss der Staat im Jahr 2040 fast ein Viertel seiner gesamten Steuereinnahmen für Pensionslasten aufwenden.

Der Freiburger Rentenexperte Bernd Raffelhüschen fordert daher harte Einschnitte. "Wir müssen alle kostendämpfenden Maßnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung, etwa den Nachhaltigkeitsfaktor und das Renteneintrittsalter ab 67 Jahren, auf das Pensionssystem übertragen", sagte er unserer Zeitung. Die Beihilfe, also die finanziellen Hilfen für Beamte im Krankheits- und Pflegefall, müssten stärker auf Selbstbeteiligung umgestellt werden.

"Sonst wird es irgendwann einen massiven Konflikt zwischen Rentnern und Pensionären geben", prophezeit der Ökonom. Pensionäre erhalten rund 71 Prozent vom Gehalt der letzten drei Jahre ihrer Berufstätigkeit, die Rente beträgt 48 Prozent des Durchschnittsgehalts des gesamten Berufslebens.

Allein die Zahl der Pensionäre des Bundes wird laut Versorgungsbericht bis 2040 um 42 Prozent zunehmen und erreicht dann die Rekordmarke von 115.200 Ruheständlern. Erst danach soll die Zahl sinken. Als Ursachen gelten vor allem die Verbeamtungswellen in den 60er- und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

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(RP)