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Bayern macht weiter Druck: Pendlerpauschale jetzt vor dem Bundesrat

Bayern macht weiter Druck : Pendlerpauschale jetzt vor dem Bundesrat

Berlin (RPO). Der Widerstand von Kanzlerin Merkel und dem Koaltionspartner SPD gegen eine Wiedereinführung der alten Pendlerpauschale ist kein Geheimnis. Doch die CSU will einfach nicht aufgeben. CSU-Chef Erwin Huber macht deshalb jetzt über den Bundesrat Druck: In der Länderkammer brachte er den Vorschlag ein, die Pendlerpauschale ab den ersten Kilometer anzurechnen.

Huber nannte es nicht klug, das noch in diesem Jahr erwartete Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Pendlerpauschale abzuwarten. Die Pauschale ab dem ersten Kilometer solle zum 1. Januar 2009 wieder eingeführt werden. Den Vorwurf der Nichtfinanzierbarkeit seiner Vorschläge wies Huber zurück. Die Steuereinnahmen des Staates lägen weit über den Prognosen. Dieses Jahr kämen 100 Milliarden Euro mehr an Steuereinnahmen in die Staatskassen als 2005.

Wenn außerdem Steuersenkungen für große Unternehmen zu finanzieren seien, müssten auch Entlastungen für die fleißigen Arbeitnehmer möglich sein -zumal im Angesicht steigender Verbraucherkosten. Das Programm Bayerns sieht unter anderem die Erhöhung des Kindergeldes um zehn Euro im Monat und des Kinderfreibeitrags um 192 auf 6.000 Euro pro Jahr vor.

Außerdem sollen Freibeträge angehoben und Abschreibungen für Wohnungsmodernisierungen verbessert werden. Huber bekannte sich "ausdrücklich zum Konsolidierungsziel des Bundes". Er verbat sich "Nachhilfe" zum Thema Konsolidierung. Bayern habe 2006 als erstes Bundesland einen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt. "Wir sind Spezialisten", sagte Huber.

Rheinland-Pfalz dagegen

Der rheinland-pfälzische Staatsminister Ingolf Deubel hielt im Bundesrat dagegen, viele Landeshaushalte könnten ein solches Programm nicht verkraften. Außerdem hätten Arbeitnehmer mit kleinen Einkommen nichts von höheren Freibeträgen. Diese nützten nur Beziehern höherer Einkommen. Es erschließe sich ihm auch nicht, neue Subventionen für den Wohnungsbau einzuführen. Ein Gesetz zum Kindergeld sei "überflüssig", weil das Thema auf der Agenda stehe.

(ap)