Patriots: Die Türkei missbraucht die Bündnis-Solidarität

Kommentar : Die Türkei missbraucht die Bündnis-Solidarität

Die Stationierung deutscher "Patriot"-Flugabwehrraketen in der Türkei war von Anfang an ein vorwiegend politisch motivierter Einsatz.

Zwar waren vor der Verlegung der Bundeswehr-Soldaten 2012 einige syrische Granaten im türkischen Grenzgebiet eingeschlagen. Aber gegen solche Attacken hätten auch die Hightech-Raketen nichts ausrichten können.

Und gezielte Angriffe von syrischen Kampfjets oder Boden-Boden-Raketen waren schon damals sehr unwahrscheinlich. Nein, bei der Entsendung deutscher Soldaten ging es in Wirklichkeit vor allem um ein Zeichen der Solidarität mit dem Nato-Partner Türkei.

Das war richtig. Aber ebenso richtig ist es, die "Patriots" jetzt abzuziehen. Denn die Türkei missbraucht die Bündnis-Solidarität. Die Regierung in Ankara hat einen neuen Krieg gegen die Kurden vom Zaun gebrochen, weil sie die Bildung eines eigenständigen kurdischen Territoriums im syrisch-türkischen Grenzgebiet verhindern will. Eine Eskalation, die wohl auch sehr zynische innenpolitische Gründe hat.

Wie auch immer: Dies ist nicht unser Krieg.

(RP)
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