NRW-Parteitag kürt Düsseldorfer: Patrick Schiffer ist neuer Piratenchef

NRW-Parteitag kürt Düsseldorfer: Patrick Schiffer ist neuer Piratenchef

Die Piratenpartei in NRW hat beim Landesparteitag in Bottrop einen neuen Landesvorsitzenden gewählt. Der Düsseldorfer Aktivist Patrick Schiffer setzte sich mit zwei Stimmen Mehrheit knapp gegen den Landtagsabgeordneten Michele Marsching durch. Patrick Schiffer lacht etwas unsicher in die Kameras. "Daran musst Du dich gewöhnen", sagt Joachim Paul, der Chef der Piratenfraktion im Landtag, und nimmt den Wahlsieger in den Arm. Schiffer hat soeben den Wahlkrimi um die Führung der NRW-Piraten für sich entschieden. "Nicht käuflich, nur wählbar", steht auf dem Sticker, der an seiner schwarzen Mütze befestigt ist. Der neue Piratenchef ist vierzig Jahre alt, Vater von zwei Kindern und kommt aus Düsseldorf.

Die Piratenpartei in NRW hat beim Landesparteitag in Bottrop einen neuen Landesvorsitzenden gewählt. Der Düsseldorfer Aktivist Patrick Schiffer setzte sich mit zwei Stimmen Mehrheit knapp gegen den Landtagsabgeordneten Michele Marsching durch.

Patrick Schiffer lacht etwas unsicher in die Kameras. "Daran musst Du dich gewöhnen", sagt Joachim Paul, der Chef der Piratenfraktion im Landtag, und nimmt den Wahlsieger in den Arm. Schiffer hat soeben den Wahlkrimi um die Führung der NRW-Piraten für sich entschieden. "Nicht käuflich, nur wählbar", steht auf dem Sticker, der an seiner schwarzen Mütze befestigt ist. Der neue Piratenchef ist vierzig Jahre alt, Vater von zwei Kindern und kommt aus Düsseldorf.

Viele Piraten hatte nicht Schiffer, sondern den Landtagsabgeordneten Michele Marsching für den Favoriten gehalten. Schiffer agierte bislang in der Pressearbeit eher im Hintergrund. "Ich hatte die Rolle des Vermittlers", sagt der Mann mit dem Kinnbart. Künftig werde man aber durch klare Positionen von ihm hören. Ein Team, mit dem er arbeiten will, hat er schon im Vorfeld organisiert.

Schiffer war früher bei der Grünen Jugend aktiv und sympathisierte mit der Sozialistischen Alternative. Er sieht sich "eher links" auf der politischen Achse. Steckenpferd des Mediendesigner ist die Netzpolitik. "Wir werden jetzt den Wahlkampf rocken", rief der gebürtige Belgier bei seiner Bewerbungsrede in den Saal. Schiffer war von Teilen der Landtagsfraktion unterstützt worden. Sie wollten verhindern, dass ihr Kollege Michele Marsching zu viel Macht bekommen könnte.

Drei andere Bewerber ohne Chance

Marsching, der aus Weeze stammt, musste eine bittere Niederlage kassieren. Im Gegensatz zu Schiffer, der schon durch sein Outfit den klassischen Piraten verkörpert, steht Marsching für den Typus des Berufspolitikers. Seine Bewerbungsrede war die professionellste von allen Kandidaten. Doch Marsching wirkte zum Teil auch überheblich.

So erklärte er, er wolle nicht für den Vize-Vorsitz kandidieren, weil er dem Vorsitzenden durch seine guten Kontakte zur Landespresse nicht die Show stehlen wolle. Beim "Kandidatengrillen" musste Marsching die meisten Fragen beantworten. Der Landtagsabgeordnete Frank Herrmann bezweifelte, dass Marsching das Amts des Vorsitzenden gut ausüben könne, wenn er schon im Landtag eine 60-Stunden-Woche absolvieren müsse.

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Drei andere Bewerber landeten abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Die Düsseldorferin Andrea Deckelmann, die sehr nervös wirkte, erhielt 103 Stimmen. Die Reiseverkehrskauffrau aus Düsseldorf hatte ihre Kandidatur schon vor vor einigen Wochen angekündigt. Auch sie rief die Mitglieder auf, mehr miteinander zu arbeiten statt gegeneinander zu twittern. Mit Blick auf die schlechten Umfragewerte sagte die 48-Jährige, die Piraten müssten zunächst die Gegenwart bewältigen, bevor man an die Zukunft denke. "Wir müssen nicht fürs Alter sparen", erklärte Deckelmann.

Ex-Schatzmeisterin Entlastung verweigert

Der Düsseldorfer Landtagsabgeordnete Kai Schmalenbach trat ebenfalls als Kandidat für den Vorsitz ans Rednerpult. Er nutzte die Redezeit aber lediglich, um den Piraten ins Gewissen zu reden und kritisierte die politische Kultur der Partei. In einem Klima, wo nur geschimpft und gelästert würde, trauten sich nur noch die Mutigen nach vorne. Er warb schließlich für die Wahl von Marsching. Schmalenbach und Marsching haben im Landtag ihre Büros nebeneinander.

Die frühere Schatzmeisterin der NRW-Piraten hatte weiterhin mit der lückenhaften Finanzbuchhaltung der Vergangenheit zu kämpfen. Auf dem Landesparteitag in Bottrop gab es am Samstag auf Empfehlung der Kassenprüfer erneut keine Entlastung der NRW-Piraten für Ex-Schatzmeisterin Nadine Krämer.

Bereits der Landesparteitag im Juli 2012 hatte ihr die Entlastung verweigert, weil den Prüfern keine Unterlagen vorgelegen hatten. Ihre Nachfolgerin, die Buchhalterin Stephanie Nöther, ist noch immer mit der Aufarbeitung der Lücken in der Buchhaltung beschäftigt. Bis zum Sommer soll es eine Nachprüfung geben. "Wir rechnen damit, dass bis zum Sommer alle offenen Fragen geklärt werden können", sagte ein Sprecher. Stephanie Nöther wurde für ihre Arbeit seit Juli 2012 Entlastung ausgesprochen.

An dem Parteitag im Bottroper Saalbau nahmen rund 260 Mitglieder teil. Zum Parteitag im Jahr 2012 in Dortmund waren noch rund 500 Piraten gekommen.

(gmv)
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