Patrick Döring: "Ich war sicher nicht der Schoßhund"

Ex-General über seine Zeit mit und nach der FDP : Patrick Döring: "Ich war sicher nicht der Schoßhund"

Er galt als engster Vertrauter des früheren FDP-Chefs Philipp Rösler und zog sich nach dem Wahldebakel der Liberalen aus der Politik zurück: der frühere FDP-Generalsekretär Patrick Döring. In einem Interview spricht er jetzt über sein Leben nach der Politik und was er daran vermisst. Und es geht vor allem um eines: Tiere.

Rösler hatte Döring im Dezember 2011 zum Generalsekretär der FDP berufen, nachdem Christian Lindner überraschend von dem Posten zurückgetreten war. Als Parteimanager war er auch für die umstrittene Zweitstimmenkampagne der FDP verantwortlich, an deren Ende der Rauswurf aus dem Bundestag stand. Entsprechend zog auch Döring nach dem Wahldebakel die Konsequenzen und schmiss hin.

"Es tut weh, dass ich meiner Verantwortung an dieser herausgehobenen Position nicht gerecht werden konnte. Niemand könnte verstehen, wenn ich jetzt einfach weitermachen würde", sagte er damals der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Und so besann sich Döring auf seinen beruflichen Wurzeln — das Versicherungswesen. Er kehrte zur Agila Haustierversicherung zurück, dessen Vorstand er ist.

Das Interview, das er jetzt der "Süddeutschen Zeitung" gegeben hat, dreht sich denn vor allem auch um seine neuen beruflichen Herausforderungen, die er "mit Begeisterung" macht, wie die Zeitung schreibt. Es geht um Versicherungstarife für Hunde und Katzen, um die sogenannte Magendrehung bei großen Hunden, um Umsätze, Geschäfts-Perspektiven und darum, dass ihm von der Schadenseite her Mischlinge am liebsten sind. "Unser Geschäft ist sehr speziell", sagt Döring. "Wir sind nicht nur Versicherer, sondern auch Berater, Seelentröster, wenn der Hund gestorben oder krank ist. Es ist eine hochemotionale, manchmal auch irrationale Welt."

"War leidenschaftlich gern Parlamentarier"

Hochemotional — es ist ein Wort, dass mitunter auch auf die FDP zutraf, als die Umfragen schon das prophezeiten, was bald darauf folgte: der Rauswurf aus dem Bundestag. "Zwei Jahre Dauerwahlkampf" nennt Döring seine Zeit als Generalsekretär in dem Interview. Und dennoch fehlt ihm der politische Betrieb ein wenig. "Weniger der Parteijob, aber das Abgeordnetenmandat, das fehlt mir", sagt er. "Ich war leidenschaftlich gern Parlamentarier, habe gerne Gesetzgebung gemacht, meinen Wahlkreis vertreten." Und er sei auch heute noch stolz, wenn er auf der Straße einen Fernbus sehe. "Dann freue ich mich und sage mir im Stillen: Das warst du mit der Personenbeförderungsgesetz-Novelle."

Auf die Frage, mit welchem Tier er sich denn als Generalsekretär verglichen hätte, antwortet Döring dann: "Ich war die Bulldogge vom Dienst. Sicher nicht der Schoßhund." Denn schließlich sei er ja "auf Angriff gepolt. Das gehört zur Jobbeschreibung."

Dass er sein Amt im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn vorzeitig niederlegen musste, scheint ihn dennoch ein wenig getroffen zu haben — "etwas überflüssig" nennt er es in dem Interview, man hätte ja auch bis zum regulären Ende der Amtszeit warten können. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, mit dem er mehrfach darüber geredet habe — "ganz freundschaftlich und kollegial" — mache er keinen Vorwurf. "Den Druck auf ihn haben ja die Sozialdemokraten gemacht."

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(das)