Parteien büßen laut Umfrage an Vertrauen ein: Nichtwähler sind die stärkste "Partei"

Parteien büßen laut Umfrage an Vertrauen ein : Nichtwähler sind die stärkste "Partei"

Der Fall Maaßen hat das Vertrauen in die Politik weiter schrumpfen lassen. Im Trendbarometer von RTL und n-tv traut nur noch eine Minderheit von 24 Prozent der Union oder der SPD zu, mit den Problemen in Deutschland fertig werden zu können.

Die Mehrheit von 61 Prozent rechne keiner Partei mehr politische Kompetenz zu, teilte die Mediengruppe RTL am Montag mit. Die Anzahl der Nichtwähler sei mit 31 Prozent deutlich größer als bei der Bundestagswahl vor einem Jahr, als sich 24,8 Prozent der Wahlberechtigten nicht beteiligten oder eine ungültige Stimme abgaben.

Bei einer Wahlbeteiligung von unter 70 Prozent würden CDU/CSU im Bund jetzt 28 Prozent erhalten, zwei Punkte weniger als noch vor einer Woche. Die SPD büßt einen Punkt auf 17 Prozent ein. Die Grünen kämen unverändert auf 16 Prozent, die AfD würde zwei Punkte auf 15 Prozent zulegen.

Die Linke liegt unverändert bei zehn Prozent, die FDP verbessert sich um einen Punkt auf neun Prozent. "Der Unmut vieler Bürger über die aktuelle Politik führt in erster Linie zu einem Anstieg der Nichtwähler, nicht jedoch der radikalen Parteien am linken oder rechten Rand", sagte Forsa-Chef Manfred Güllner.

Bei den Popularitätswerten büßen alle Politiker im Vergleich zum Juli Stimmen ein. Am stärksten verlieren Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (minus sechs Punkte) und Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer (minus sieben Punkte). Hinter den beiden rangieren nur noch die AfD-Fraktionschefs Alice Weidel und Alexander Gauland. An der Spitze bleibt Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 50 Punkten - trotz eines Verlustes von vier Punkten. Sie liegt gleichauf mit dem Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck.

Seehofer und Söder büßen auch in Bayern an Ansehen ein: Der Ministerpräsident rutschte im Freistaat seit April um 15 Punkte auf 39 Punkte ab, Seehofer verlor 17 Punkte auf 32 Punkte. Merkel ist auch in Bayern mit 50 Punkten deutlich populärer als die CSU-Spitzenpolitiker.

Für die Sonntagsfrage interviewte Forsa 2502 Wahlberechtigte vom 17. bis 21. September, für das Politiker-Ranking 1504 Wahlberechtigte vom 19. bis 21. September.

(csr/Reuters)
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