Besuch in Panama Baerbock beendet sechstägige Lateinamerikareise

Panama · Handelsbeziehungen, Klimawandel und wieder China: Auch auf der letzten Station der Südamerikareise der deutschen Außenministerin geht es um die großen aktuellen Krisenthemen.

Annalena Baerbock: So verlief die Karriere der Außenministerin - Fotos
36 Bilder

Das ist Annalena Baerbock

36 Bilder
Foto: dpa/Michael Kappeler

Außenministerin Annalena Baerbock beendet ihre sechstägige Lateinamerikareise an diesem Freitag mit einem Besuch in Panama. Am Vormittag (Ortszeit, 18.00 Uhr MESZ) steht für die Grünen-Politikerin ein Gespräch mit Außenministerin Janaina Tewaney auf dem Programm. Später ist ein Besuch des Panamakanals geplant, der den Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Panama gehört mit etwa 4,5 Millionen Einwohnern zu den kleineren Ländern Zentralamerikas.

Laut Bundesregierung hat Panama großes Interesse an Kooperationen mit der Europäischen Union (EU) in den Bereichen Energie, Klima, Sicherheit und Konnektivität. Die EU will in Panama eines von mehreren weltweit geplanten regionalen Zentren gegen Desinformation einrichten. Auch China hat wirtschaftliche Interessen in dem Land.

Panama ist Deutschlands Hauptexportland in Zentralamerika. Das Land bezieht aus Deutschland vor allem chemische Erzeugnisse, Maschinen, Autos und Autoteile. Die Bundesrepublik importiert hauptsächlich Rohstoffe wie Kupfer, Südfrüchte wie Bananen, Ananas und Wassermelonen sowie Palmöl, Meeresfrüchte und Kaffee. Die deutsch-panamaische Handelskammer hat etwa 130 Mitglieder.

Im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hat Panama die UN-Resolutionen zur Verurteilung des Angriffs mitgetragen. Eine aus den Kanalverträgen abgeleitete Neutralitätspflicht bestimmt allerdings das aktuelle Handeln in Bezug auf Russland mit. So hat sich Panama zurückhaltend bei Initiativen zum Ausschluss Russlands aus UN-Sonderorganisationen gezeigt.

Durch Panamakanal rund sechs Prozent des Welthandels

Baerbock will unter anderem einen historischen Steuerstand der an der Pazifikmündung des Kanals gelegenen Miraflores-Schleusen besichtigen. Der 1914 in Betrieb genommene Panamakanal ist eine der weltweit wichtigsten Wasserstraßen. Er ist rund 80 Kilometer lang, beginnt in Colón im Norden und endet nahe Panama-Stadt im Süden. Pro Jahr passieren etwa 14 000 Schiffe den Panamakanal, etwa sechs Prozent des Welthandels werden durch ihn abgewickelt.

Nach der Eröffnung des erweiterten Kanals 2016 verfügt die Wasserstraße über drei Schleusensysteme, über die die Schiffe auf das Niveau des 28 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Gatún-Sees angehoben und später wieder abgesenkt werden. Seit dem Ausbau des Kanals können auch große Tanker und Frachter mit bis zu 14 000 Containern durch den Kanal geschleust werden.

Der Klimawandel hat direkte Auswirkungen auf den Panamakanal, der für das mittelamerikanische Land eine wichtige Einkommensquelle darstellt. Da in der Region immer weniger Regen fällt und die Temperaturen steigen, hat der Wasserstand des künstlichen Gatún-Sees im Panamakanal nachgegeben. Das wirkt sich negativ auf die Schiffbarkeit der Wasserstraße aus. Zuletzt wurde wieder der maximale Tiefgang gesenkt, mit dem Schiffe den Kanal passieren dürfen.

Baerbock besucht deutsches Klima-Forschungsschiff

Beim Besuch des deutschen Forschungsschiffes „Eugen Seibold“ des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz steht der Klimawandel im Mittelpunkt. Die Experten auf dem Segelschiff erforschen seit März für die kommenden drei Jahre von Panama aus den ostpazifischen Meereskorridor zwischen Costa Rica und Ecuador. Schwerpunkt im Bereich Ozeanografie sind der Klimawandel sowie die Veränderung von Meeresströmungen durch den Anstieg des Klimagases CO2.

(albu/dpa)