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Putschversuch bei den Linken: Ostlinke wollen Parteichef Ernst absägen

Putschversuch bei den Linken : Ostlinke wollen Parteichef Ernst absägen

Halle (RPO). Führende Vertreter der Linkspartei in Ostdeutschland wollen nach offenbar den Vorsitzenden Klaus Ernst spätestens nach der Wahl des Berliner Abgeordneten-Hauses im September 2011 stürzen.

Das berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung" Der Thüringer Fraktionschef Bodo Ramelow habe indirekt angedeutet, dass der Erfurter Programmparteitag im Oktober 2011 zum Wahlparteitag umfunktioniert werden könnte, schreibt die in Halle erscheinende Zeitung in ihrer Mittwochausgabe.

Weitere Schwierigkeiten bei der Debatte über das Grundsatzprogramm sollen Ernst ebenso zur Last gelegt werden wie mögliche Misserfolge bei den anstehenden Landtagswahlen in Westdeutschland. "Der kann es nicht", sagte ein führendes Mitglied der Partei dem Blatt.

Ramelow erklärte der Zeitung: "Klaus Ernst zieht sich zu sehr auf sich selbst zurück. Er begreift die Pluralität unserer Partei nicht und nicht ihre zwei Aggregate: nämlich die Westerfahrung und die Osterfahrung. Ernst reflektiert immer nur die West-Erfahrung."

Der Spitzenkandidat der Linkspartei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Wulf Gallert, kritisierte Ernsts jüngste Äußerung, wonach es im Osten einige gebe, "die sich nicht damit abfinden können, dass es jetzt nicht mehr die alte PDS gibt. Diese Leute haben durch die Fusion an Einfluss verloren." Gallert sagte dazu: "Die alte PDS hat eine Menge Erfolg gehabt und eine Menge Dinge vorangebracht ? gerade im Osten. Es wäre deshalb gut, wenn alle in der Führungsspitze diesen Erfahrungsschatz zur Kenntnis nehmen."

(apd/csh)