Osnabrücker Kreistagsfraktionschef verlässt AfD nach Teilnahme an Neonazi-Festival zu Hitlers Geburtstag

Neonazi-Festival zu Hitlers Geburtstag : Osnabrücker Kreistagsfraktionschef verlässt AfD

Der niedersächsische AfD-Landesverband fordert drei Osnabrücker Mitglieder zum Austritt auf. Sie hatten an einem Neonazi-Festival zu Adolf Hitlers Geburtstag teilgenommen.

Der AfD-Landesverband Niedersachsen hat drei Mitglieder zum Austritt aufgefordert. Ihnen wird die Teilnahme an einem Neonazi-Festival zu Adolf Hitlers Geburtstag vorgeworfen. Ansonsten folge ein Parteiausschlussverfahren gegen die zwei Kreisvorstände und den Ex-Kreistagsfraktionsmitarbeiter, sagte ein Sprecher der AfD-Landtagsfraktion am Dienstag.

Der Osnabrücker AfD-Kreistagsfraktionschef Felix Elsemann legte daraufhin sein Mandat nieder und verließ die Partei. Er reagiere damit auf Vorverurteilungen innerhalb seiner Partei, teilte Elsemann mit. Ob er an dem Festival teilgenommen hat, ließ er offen.

Der Landesvorstand hatte am Vorabend über den Ausschluss der Männer beraten. Er hatte nach eigenen Angaben am Samstag davon erfahren, dass die drei Mitglieder zu dem Festival anlässlich des Geburtstages von Adolf Hitler am 20. April im sächsischen Ostritz gefahren sein sollen. Der Osnabrücker AfD-Kreisverband gilt seit längerem als zerstritten. Zuletzt war Anfang des Monats die Kreistagsabgeordnete Tanja Bojani zu den Linken gewechselt.

In der Öffentlichkeit bemüht sich die AfD gerade um Abgrenzung von der rechten Szene, nachdem sie wegen gemeinsamer Demonstrationen von AfD-Politikern und Rechtsextremen, wie es sie in Chemnitz gegeben hatte, in der Kritik steht. Die Partei riet ihren Mitgliedern daraufhin, sich von Kundgebungen mit fragwürdigen Teilnehmern fernzuhalten.

Ziel ist auch, eine Beobachtung der Partei durch den Verfassungsschutz zu vermeiden. In Niedersachsen und Bremen hat der Verfassungsschutz seit Monatsbeginn bereits die AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative (JA) ins Visier genommen.

(mba/dpa)
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