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Omid Nouripour fordert Aufnahme von mehr Flüchtlingen aus Syrien

Berlin : Grüne fordern Aufnahme von mehr Flüchtlingen aus Syrien

Der Andrang der Flüchtlinge löst eine neue Debatte über ihre Verteilung aus.

Nur noch zwölf Kilometer waren die Terrormilizen des "Islamischen Staats" (IS) am Montag von der türkischen Grenze entfernt. Sie belagern die syrisch-kurdische Stadt Kobane Flüchtlinge berichten von Enthauptungen in Dörfern, die vom IS erobert wurden.

Die 130 000 Flüchtlinge, die vor den Gräueltaten aus Syrien in die Türkei geflohen sind, haben eine neue Debatte über den Umgang mit Flüchtlingen ausgelöst. Die EU-Kommission bemängelte, lediglich fünf Länder würden etwa 75 Prozent aller Asylgesuche bearbeiten. Das sind Deutschland, Frankreich, Schweden, Großbritannien und Italien. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) forderte eine temporäre Entlastung der Länder, die besonders viele Flüchtlinge aufnehmen.

Wegen der Konflikte in Syrien und im Irak plant die Bundesregierung für den 28. Oktober eine Flüchtlingskonferenz in Berlin. Dabei soll über Hilfen für die Nachbarstaaten Syriens und Iraks beraten werden, die derzeit viele Flüchtlinge aufnehmen. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament, Herbert Reul, forderte eine "konzertierte Aktion" der Europäer, um die Flüchtlinge vor Ort besser zu versorgen.

Die Grünen hingegen sind der Meinung, dass das Problem nicht allein vor Ort lösbar ist: "Deutschland kann und sollte selbst viel mehr Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen. Eine Implosion des Nahen Ostens kann nicht in unserem Interesse sein", sagte der außenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Omid Nouripour. Die Türkei sei überfordert. "Deutschland muss der Türkei jetzt sehr schnell logistische und finanzielle Hilfe leisten."

(RP)