Kanzlerin in Juni in Washington: Obama ehrt Merkel in Washington

Kanzlerin in Juni in Washington : Obama ehrt Merkel in Washington

Berlin (RP). Bundeskanzlerin Angela Merkel will Anfang Juni zu einem offiziellen Staatsbesuch nach Washington reisen und US-Präsident Barack Obama treffen. Das erfuhr unsere Zeitung aus Regierungskreisen. Themen sollen unter anderem die Euro-Krise und die Entwicklungen in Afghanistan sein.

Außerdem will Obama Merkel die amerikanische Freiheitsmedaille überreichen, die der deutschen Regierungschefin bereits Mitte Februar in Abwesenheit verliehen wurde. Damit zeichnen die US-Präsidenten seit 50 Jahren Menschen aus, die einen besonderen Beitrag im nationalen Interesse der USA oder für den Weltfrieden geleistet haben. Die "Medal of Freedom" erhalten neben Merkel 14 Persönlichkeiten, darunter der ehemalige US-Präsident George W. Bush senior, der Multimilliardär Warren Buffett sowie die Holocaust-Überlebende Gerda Weissmann Klein.

Die Deutschen müssen damit weiter auf einen offiziellen Besuch Obamas in Berlin warten. Zwei Monate nach seiner Amtsübernahme im Januar 2009 hatte Obama Merkel am Rande des Nato-Gipfels in Baden-Baden für wenige Stunden getroffen. Im Juni 2009 besuchte der US-Präsident nach einer Nahost-Reise mit der Bundeskanzlerin das ehemalige Konzentrationslager in Buchenwald bei Weimar. Auch dieses Treffen war nach den Gepflogenheiten der Diplomatie kein Staatsbesuch. In Regierungskreisen wird Obamas Zurückhaltung auf die schwindende Bedeutung der transatlantischen Beziehungen zurückgeführt. Obama gilt als "pazifischer Präsident", der die USA zu den asiatischen Staaten öffnen will. Auch die Weigerung Merkels, Obama im Präsidentschaftswahlkampf nicht am Brandenburger Tor auftreten zu lassen, soll eine Rolle spielen. Das Verhältnis zwischen den beiden gilt als professionell und vertrauenswürdig, aber nicht besonders herzlich.

Am 14. und 15. April kommt dafür US-Außenministerin Hillary Clinton zum Nato-Gipfel nach Berlin und wird Merkel und Außenminister Guido Westerwelle )treffen.

Westerwelle, der gestern Abend mit Clinton über die jüngsten Entwicklungen in Nordafrika am Telefon sprach, pflegt einen engen Draht zu seiner Amtskollegin. "In den großen außenpolitischen Fragen war die Übereinstimmung zwischen Deutschland und den USA selten so groß", sagt der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer. Die Schwerpunkte der USA hätten sich nach dem Ost-West-Konflikt eben verschoben. "Das muss keinen traurig machen."

(RP)
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