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Langzeitstudenten und Manager genannt: NRW: Steinbrück kritisiert Mitnahmementalität

Langzeitstudenten und Manager genannt : NRW: Steinbrück kritisiert Mitnahmementalität

Frankfurt/Main (rpo). Die Bereicherungsmentalität bei Besserverdienenden ist NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück ein Dorn im Auge. Der SPD-Politiker kritisierte explizit Langzeitstudenten, die lediglich Interesse an Vergünstigungen für Studierende haben und die horrenden Abfindungssummen für Manager.

Steinbrück sagte der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe), es gebe eine "Gier" in Einkommensklassen, die es eigentlich nicht nötig hätten. Als Beispiel nannte der SPD-Politiker Abrechnungsbetrug bei der gesetzlichen Krankenversicherung, Abfindungssummen für Manager, und das Verhalten von Langzeitstudenten, die lediglich Interesse an Vergünstigungen für Studierende hätten.

Steinbrück lobte Bundeskanzler Gerhard Schröder dafür, dass er diese Mitnahmementalität nicht nur im Sozialbereich öffentlich angeprangert habe. "Ich bin für jedes klare Wort in diesem Zusammenhang dankbar", wurde der Ministerpräsident zitiert. Es gebe in Deutschland eine "Hyperempfindlichkeit", die für die Debatte wichtiger gesellschaftlicher Fragen hinderlich sei.

Auch der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Hubertus Schmoldt, unterstützte die Kanzler-Kritik ausdrücklich. Dem Internet-Magazin "Focus-Online" sagte Schmoldt, die Mitnahmementalität sei bei Steuerflüchtlingen besonders ausgeprägt. Andere Bevölkerungsgruppen sollten sich an der Steuerehrlichkeit der Arbeitnehmer ein Beispiel nehmen.

(ap)