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NRW plant Förderung von Luftfiltern

Damit Gastronomie und Co. im Winter offen bleiben können : NRW plant Förderung von Luftfiltern

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart will die Corona-Krise mit Innovationen bekämpfen. Unterstützung bekommt er von SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach.

(frin/mar) Die NRW-Landesregierung will der Corona-Pandemie stärker mit technischen Lösungen begegnen. „Wir wollen eine Innovationsklausel in die Corona-Schutzverordnung aufnehmen, weil wir überzeugt sind, dass sich die Pandemie nachhaltig besser durch einen Wettbewerb um kluge Lösungen als um strengste Verbote bewältigen lässt“, sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart.

Eine zentrale Rolle spielt dabei aus Sicht des Ministers die Corona-Warn-App, die im Auftrag der Bundesregierung entwickelt wurde. Laut Robert-Koch-Institut wurde die App bis Anfang September rund 17,8 Millionen Mal heruntergeladen. „Das ist ein guter Anfang, aber wir müssen die Diskussion jetzt weiterführen und das Instrument weiterentwickeln“, fordert Pinkwart: „Im nächsten Schritt muss es darum gehen, die App europäisch zu vernetzen oder sogar zu einer europäischen Lösung zu kommen.“ Die Grenzübertritte beträfen ja nicht nur Touristen, sondern auch viele Unternehmen, die Mitarbeiter auf Geschäftsreisen schickten.

Nach Angaben des Ministers denkt man in der Landesregierung jedoch auch noch an andere technische Lösungen. So könnten in der Gastronomie oder im Einzelhandel innovative Luftfilter installiert werden. Im Ministerium wird gerade ein mobiler Filter getestet, mit dem Aerosole in der Luft reduziert werden. „Damit könnten wir gerade im Herbst und Winter neue Möglichkeiten für die Branchen schaffen, ohne dass die Gesundheitsrisiken steigen“, sagte Pinkwart unserer Redaktion: „Solche Verbesserungen wollen wir in Nordrhein-Westfalen möglich machen und fördern.“

Pinkwart ist nicht der einzige Politiker, der sich für Luftfilter stark macht. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat Bund und Länder aufgefordert, kurzfristig die Schulen entsprechend auszustatten. „Wenn wir verhindern wollen, dass sich die Schulkinder im Winter mit dem Corona-Virus infizieren, brauchen wir in jedem Klassenraum einen mobilen Luftfilter“, sagte Lauterbach. Die Kosten für die Anschaffung würden insgesamt einen zweistelligen Millionenbetrag nicht übersteigen. In den Wintermonaten sei das ausreichende und regelmäßige Lüften der Klassenräume nicht möglich.