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NRW-Parlament will Homosexuellen Blutspende erlauben

Änderung des Transfusionsgesetzes : NRW-Parlament will Homosexuellen Blutspende erlauben

Der am Mittwochabend einstimmig gefasste Beschluss des Parlaments sei ein klares Signal, die Diskriminierung dieser Männer und von transsexuellen Menschen zu beenden, erklärte der Grüne-Fraktionsvorsitzende, Arndt Klocke, am Donnerstag in Düsseldorf.

Die Grüne Landtagsfraktion hat die breite Zustimmung im nordrhein-westfälischen Landtag zur Zulassung bi- und homosexueller Männer zur Blutspende begrüßt. Der am Mittwochabend einstimmig gefasste Beschluss des Parlaments sei ein klares Signal, die Diskriminierung dieser Männer und von transsexuellen Menschen zu beenden, erklärte der Grüne-Fraktionsvorsitzende, Arndt Klocke, am Donnerstag in Düsseldorf. „Es gibt keinen medizinischen Grund, diese Personengruppe, zu der etwa zehn Prozent unserer Bevölkerung gehören, faktisch von der Blutspende auszuschließen.“

Mit dem Entschließungsantrag auf Initiative der Grünen beauftragt der Landtag die Landesregierung, sich auf Bundesebene für eine Änderung des Transfusionsgesetzes einzusetzen. Darin müsse ausgeschlossen werden, dass potenzielle Blutspender wegen ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität diskriminiert werden. „Ausschlüsse und Rückstellungen von der Blutspende dürfen nur aufgrund des individuellen Risikoverhaltens erfolgen“, heißt es darin weiter. Die Fristen, innerhalb derer auf eine Blutspende verzichtet werden müsse, müssten sich zudem an den diagnostischen Möglichkeiten orientieren.

Klocke bezeichnete es als „lebensfremd und durchs nichts zu begründen“, dass Männer mitteilen müssen, seit mindestens einem Jahr keinen Sex mit einem Mann gehabt zu haben, um zur Blutspende zugelassen zu werden. Mittlerweile sei eine HIV-Infektion nach wenigen Tagen feststellbar und sechs Wochen nach der Übertragung definitiv auszuschließen. Gerade in einer Zeit, in der Blutspender händeringend gesucht würden und die Spendenbereitschaft deutlich gesunken sei, sei es überfällig, auch bi- und homosexuelle Männer zur Spende zuzulassen.

(chal/epd)