Notlandung Regierungsmaschine: Peinliche Panne für Merkel

Kommentar zu Merkels Flugpanne : So etwas darf nicht noch einmal passieren!

Die Regierungschefin der viertgrößten Volkswirtschaft der Erde kommt mit einem Tag Verspätung beim G20-Gipfel in Argentinien an. Eine peinliche Panne, die wieder einmal den schlechten Zustand der Bundeswehr-Ausstattung zeigt.

Die Kanzlerin ist nicht der Typ, der zur Übertreibung neigt. Am Donnerstagabend nach der Notlandung in Köln/Bonn spricht sie von einer „ernsthaften Störung“. Dann gab es auch ein ernsthaftes Problem an Bord der Kanzlermaschine – mindestens.

Für die Regierung ist dieser Zwischenfall sehr peinlich: Die viertgrößte Volkswirtschaft verfügt über kein intaktes Flugzeug, um die Kanzlerin zum G20-Gipfel nach Argentinien zu bringen. Dabei war Merkel dort dringend erwartet worden – als Gesprächspartnerin der Präsidenten der USA, Russlands und Chinas sowie als zentrale Vermittlerin im gerade wieder eskalierten Ukraine-Konflikt. Für das Gipfeltreffen ist Merkels so große Verspätung ein Rückschlag. Für ihre eigene Außendarstellung ist die Notlandung ein Fiasko. Statt Berichte und Bilder einer scheidenden Regierungschefin, die sich noch einmal ihrer Bedeutung in der Welt vergewissert, lacht der Globus über den deutschen Airbus.

Diese Panne muss genau untersucht werden. Wenn es tatsächlich nur ein technischer Defekt war, stellt sich die Frage: Wie schlampig wartet die Bundeswehr ihre VIP-Flugzeuge, wenn gleichzeitig die für einen Notfall so wichtigen Systeme an Bord ausfallen? Funk und die Funktion für das Ablassen von Kerosin haben versagt. Für solche sicherheitsrelevanten Techniken gibt es üblicherweise redundante Systeme, die bei Defekten einspringen.

Diese Ausfälle waren so ungewöhnlich und für die routinierte Mannschaft an Bord überraschend, dass auch der Verdacht der Sabotage aufkam. Zum Glück gibt es darauf bislang keine Hinweise. Die Untersuchungen sollten aber so gründlich weitergeführt werden, dass ein solcher Vorfall nicht noch einmal passieren kann.

(qua)
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