Nordkorea-Konflikt: Angela Merkel geht auf Distanz zu den USA

Nordkorea-Konflikt: Merkel geht auf Distanz zu den USA

Im Nordkorea-Konflikt drohte Donald Trump schon mit "Feuer und Wut". Eine Kriegsgefahr sieht Kanzlerin Merkel deshalb zwar noch nicht. Aber sollten Kämpfe ausbrechen, stehe Deutschland "nicht automatisch" an der Seite der USA.

Zugleich wandte sich die Kanzlerin klar gegen einen Kurs der Abschottung. "Wir sollten begreifen, dass wir alle in der Globalisierung gewinnen können." Die USA ermahnte sie: "Amerika kann nicht groß sein, wenn Amerika nicht auch über seine Grenzen hinaus präsent ist."

Bei aller Abgrenzung zu Trump hob Merkel die demokratische Legitimation des US-Präsidenten hervor. "Dieser Person ist der notwendige Respekt entgegenzubringen." Sie bekräftigte das von den USA geforderte und im Bundestagswahlkampf umstrittene Ziel, die Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent zu erhöhen. Der Etat solle "maßvoll und angemessen" steigen. Den Vorwurf der SPD, die Union wolle dafür Sozialausgaben kürzen, wies sie zurück. "Wir werden überhaupt keine sozialen Ausgaben streichen."

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Bühnengespräche nutzt Merkel gerne für kleine Anekdoten. Während die Kanzlerin derzeit von der SPD hart angegriffen wird, erzählte sie vom Start der ersten großen Koalition 2005 mit dem damaligen SPD-Chef Franz Müntefering als Vizekanzler. "Wird schon", habe dieser damals zu ihr gesagt. "Das hat mir gutgetan", erzählte Merkel. Dass Müntefering recht behielt, daran knacken die Sozialdemokraten heute noch.

(qua)