Ehemaliger Bundesumweltminister: Norbert Röttgen plant sein Comeback

Ehemaliger Bundesumweltminister : Norbert Röttgen plant sein Comeback

Der ehemalige Bundesumweltminister und gescheiterte CDU-Spitzenkandidat in Nordrhein-Westfalen, Norbert Röttgen, möchte wieder politische Spitzenpositionen übernehmen.

Der frühere Umweltminister will beim CDU-Bundesparteitag als Beisitzer für den Vorstand kandidieren. Dies teilte der nordrhein-westfälische NRW-Landeschef Armin Laschet nach Informationen unserer Redaktion bei der Vorstandssitzung der NRW-CDU am Donnerstagabend mit. Röttgen selbst war bei der Sitzung nicht anwesend.

Die CDU hatte im Mai mit Röttgen als Kandidat für das Ministerpräsidenten-Amt eine historische Niederlage erlitten. Die Partei rutschte auf 26 Prozent. Röttgen übernahm die Verantwortung für die Niederlage und legte sein Amt als NRW-CDU-Chef nieder. Seinen Job als Bundesumweltminister wollte er behalten. Seine harte Haltung führte dazu, dass die Kanzlerin ihn entließ.

Noch ist Röttgen offiziell stellvertretender CDU-Chef. Aber auch dieses Amt muss er beim kommenden Parteitag abgeben. Aus Nordrhein-Westfalen soll künftig der neue Landeschef Laschet das Amt des Bundes-Vize ausfüllen. Im Wahlkampf hatte sich der sonst so smarte 47-Jährige etliche politische Fehltritte geleistet. Besonders scharfe Kritik erntete Röttgen dafür, dass er nicht bereit war, im Fall einer Niederlage auch als Oppositionschef nach Düsseldorf zu gehen.

Die Ankündigung, nun einen Posten im Bundesvorstand anzustreben, stieß in der NRW-CDU nach Teilnehmerangaben auf "Stirnrunzeln". Sogar bei Leuten, die Röttgen im Wahlkampf bis zuletzt die Stange gehalten hatten, löste er Befremden aus. "Da versucht einer viel zu früh sein Mini-Comeback. Das wird enden wie bei Guttenberg", sagte ein Parteifreund. Befürchtet wird auch, dass Röttgen mit einer Niederlage beim CDU-Bundesparteitag im Dezember seinem Landesverband schaden könnte.

(qua)