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Neujahrsansprache 2018: Bundeskanzlerin Angela Merkel wirbt für mehr Zusammenhalt

Neujahrsansprache : Bundeskanzlerin Merkel wirbt für mehr Zusammenhalt

In ihrer Neujahrsansprache hat die Kanzlerin zu mehr Zusammenhalt international und im eigenen Land aufgerufen. Als wichtigste Themen nannte sie den Klimawandel, die Migration und den Kampf gegen den internationalen Terrorismus.

2018 sei ein überaus schwieriges politisches Jahr gewesen und viele Bürger hätten wegen des Streits der Parteien mit der Regierung gehadert. Außerdem habe die Regierungsbildung viel Zeit in Anspruch genommen. Kritiker werfen Merkel vor, das Land mit ihrer Migrationspolitik gespalten zu haben.

Deutschland, das für die Werte Offenheit, Toleranz und Respekt stehe, werde ab Januar für zwei Jahre Mitglied im UN-Sicherheitsrat sein und sich dort für globale Lösungen einsetzen. Deutschland steigere seine Mittel für humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe, aber auch die Verteidigungsausgaben weiter. US-Präsident Donald Trump hatte Deutschland in der Vergangenheit wegen der vergleichsweise niedrigen Verteidigungsausgaben kritisiert.

Merkel wolle sich zudem dafür einsetzen, die Europäische Union (EU) robuster und entscheidungsfähiger zu machen. "Und mit Großbritannien wollen wir trotz des Austritts aus der Europäischen Union weiter eine enge Partnerschaft bewahren," erklärte sie laut Redetext. Großbritannien scheidet am 29. März aus der EU aus.

Ihre Ankündigung von Ende Oktober, sich vom CDU-Parteivorsitz zurückzuziehen, bezeichnete Merkel als „Neubeginn“, den sie selbst eingeleitet habe. „Die Demokratie lebt vom Wechsel, und wir alle stehen in der Zeit“, sagte sie. Merkel dankte zum Jahresende zudem Polizisten, Soldaten, Rettungskräften und den Menschen, die sich in Krankenhäusern und in der Pflege um andere kümmern.

Als weitere politische Handlungsfelder im Inland nannte sie die Digitalisierung und den Wunsch nach gleichwertigen Lebensverhältnissen in Stadt und Land. Dabei ringe man um die besten Lösungen in der Sache, sagte Merkel und ergänzte: „Immer häufiger aber auch um den Stil unseres Miteinanders, um unsere Werte.“ Konkret nannte sie dabei Offenheit, Toleranz und Respekt.

(top/Reuters/epd)