Nahverkehr: Tübingen unternimmt neuen Anlauf für kostenlosen ÖPNV

Kampf gegen schlechte Luft: Tübingen unternimmt neuen Anlauf für kostenlosen Nahverkehr

Die Idee schien bereits gescheitert. Aber Tübingen will einen neuen Anlauf nehmen und Modellstadt für einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr werden. Allerdings muss vorher geklärt werden, wer die Einnahmeausfälle finanziert.

Tübingen wendet sich mit einer Resolution an die Bundesregierung und erbittet Unterstützung für einen zweijährigen Versuch. Dafür müssten Fahrgeldeinnahmen von rund neun Millionen Euro pro Jahr ersetzt und zusätzliche Kosten von etwa sechs Millionen Euro gestemmt werden, sagte Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer der "Südwest Presse".

Palmer kann sich dabei auch eine Kostenteilung zwischen Bund, Land und Stadt vorstellen. "Wir sind ja auch bereit, Geld in die Hand zunehmen." Sechs Millionen von Bund, sechs Millionen aus dem Stadtsäckel und drei Millionen Euro vom Land wäre ein vorstellbares Modell. Aus Stuttgart gebe es Signale, dass das Land mitfinanziert, wenn der Bund für Tübingen einen Modellversuch auflegt.

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Die Bundesregierung hatte Mitte Februar in einem Brief an die EU-Kommission einen Test von Gratis-Nahverkehrsangeboten in Aussicht gestellt. Hintergrund sind hohe Schadstoffbelastungen der Luft in Städten vor allem durch den Autoverkehr. Mit den dafür vorgesehenen Modellstädten Bonn, Essen, Herrenberg, Reutlingen und Mannheim war aber keine Einigung zustande gekommen. Tübingen will nun dieses Projekt wieder aufnehmen.

(wer)