1. Politik
  2. Deutschland

Nach Terroranschlag: Erdogan will Vergeltung für Anschläge in Istanbul

Nach Terroranschlag : Erdogan will Vergeltung für Anschläge in Istanbul

Nach dem Doppelanschlag in der türkischen Metropole Istanbul mit 38 Toten hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Vergeltung angekündigt: Die Täter müssten einen "noch höheren Preis bezahlen", sagte Erdogan am Sonntag nach einem Besuch bei Verletzten in Istanbul.

Die "Freiheitsfalken Kurdistans (TAK), eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, bekannte sich zu den Bombenattentaten nahe dem Fußballstadion von Besiktas, bei denen 30 Polizisten, sechs Zivilisten und zwei TAK-Anhänger getötet worden waren.

Türkei erneut Ziel von terroristischen Anschlägen | Statista">Infografik: Türkei erneut Ziel von terroristischen Anschlägen | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Mit der Bluttat hat die Splittergruppe nach eigenen Angaben auf die Gefangenschaft des PKK-Anführers Abdullah Öcalan und die türkischen Militäroperationen im Südosten des Landes aufmerksam machen wollen. Solange diese anhielten, solle "niemand erwarten, ein geruhsames Leben in der Türkei führen zu können". Im ganzen Land wehten die Flaggen auf halbmast.

Bundeskanzlerin Angela Merkel übermittelte Erdogan bei einem Telefonat ihr persönliches Beileid und das der Bundesregierung. Beide Politiker vereinbarten, die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Terrorismus zu intensivieren. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, sagte unserer Redaktion: "Die Anschläge begünstigen, dass Erdogan seine Macht weiter ausbauen kann. Er ist nicht mehr aufzuhalten." Es sei verheerend, wie sich die Türkei entwickelt. "Die einzigen Kräfte in der Türkei, die sich gegen ihn stemmen könnten, sind entweder nicht mehr existent oder bereits sehr stark unter Erdogans Einfluss."

Sofuoglu betonte, dass Erdogan trotz seiner bereits stark zentralisierten Macht die neuesten Anschläge nicht verhindern konnte. "Neue Attentate müssen verhindert werden, statt die Aggressionen immer weiter anzuheizen", sagte er.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Istanbul: Bombenanschläge auf Polizisten vor Stadion

(RP)