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Nach Maskenaffäre: CDU-Sozialflügel für mehr Transparenz von Abgeordneten

Nach Maskenaffäre : CDU-Sozialflügel ist für schärfere Transparenzregeln für Abgeordnete

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft fordert ihre Partei auf, Nebeneinkünfte und Beteiligungen von Abgeordneten zukünftig offenzulegen. Zuvor hatte die CSU angekündigt, Konsequenzen aus der sogenannten Maskenaffäre zu ziehen.

Der CDU-Sozialflügel hat die eigene Partei aufgefordert, dem Beispiel der CSU zu folgen und die Transparenzregeln für alle Mandatsträger zu verschärfen. „Die CDU benötigt einen Verhaltenskodex, um Interessenkonflikte wie bei der Maskenaffäre und der Aserbaidschan-Connection in Zukunft zu verhindern“, sagte Christian Bäumler, Vize-Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft. Er warnte, der CDU könne es sonst genau so ergehen wie der italienischen Schwesterpartei: „Die CDU muss aufpassen, dass sie nicht das Schicksal der Democrazia Cristiana erleidet, die an Korruption zugrunde ging.“

CSU-Chef Markus Söder hatte am Wochenende angekündigt, als Konsequenz aus der Maskenaffäre und den Korruptionsermittlungen gegen Abgeordnete ihre Regeln zu verschärfen. Unter anderem soll es nun „volle Transparenz“ bei Nebeneinkünften und Beteiligungen von Abgeordneten geben. Alles soll gegenüber Partei und Parlamenten offengelegt werden müssen. Bei Führungsaufgaben für die CSU in Parlamenten sollen gewerbsmäßige Nebentätigkeiten künftig untersagt werden, ebenso wie eine bezahlte Interessensvertretung.

In der Maskenaffäre geht es um Unions-Bundestagsabgeordnete, die an Geschäften mit Corona-Schutzausrüstung beteiligt waren. Der Mannheimer Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel soll eine sechsstellige Provision durch ein Maskengeschäft erhalten haben. Löbel trat aus der CDU aus und gab sein Bundestagsmandat zurück. Mit dem Begriff „Aserbaidschan-Connection“ meint Bäumler eine Reihe von Abgeordneten, die sich für den autoritär regierten Staat eingesetzt haben sollen.

Gegen den Karlsruher CDU-Bundestagsabgeordneten Axel Fischer wird wegen des Anfangsverdachts der Bestechlichkeit ermittelt. Der Bundestag hatte dafür seine Immunität als Abgeordneter aufgehoben. Er soll Geld aus Aserbaidschan angenommen haben. Fischer hat die Vorwürfe als haltlos zurückgewiesen. Der Thüringer CDU-Abgeordnete Mark Hauptmann hatte nach Vorwürfen, er sei als Lobbyist für Aserbaidschan tätig gewesen, sein Mandat niedergelegt.

(bora/dpa)