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Nach Günther Jauch: AfD-Spitze distanziert sich von Björn Höcke

Nach Auftritt im TV-Talk von Günther Jauch : AfD-Spitze distanziert sich von Thüringer Fraktionschef Höcke

Mit einer Deutschlandfahne und teils aberwitzigen Thesen hat sich der Fraktionschef der AfD in Thüringen, Björn Höcke, im TV-Talk von Günther Jauch am Sonntag präsentiert. In den sozialen Netzwerken hagelte es Kritik. Nun distanziert sich die Partei von Höcke.

Die AfD-Bundesspitze geht auf Distanz zu Thüringens Landes- und Fraktionschef Björn Höcke. Die Bundesvorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen kritisierten Höcke in einer parteiinternen Rund-Mail wegen seines umstrittenen Auftretens. Darin erklärten Petry und Meuthen, dass sie sich ebenso wie die meisten AfD-Mitglieder "vom derzeitigen Stil des Auftretens des thüringischen Landesvorsitzenden Björn Höcke nicht vertreten" fühlten. Er sei legitimiert, für den Landesverband Thüringen zu sprechen, nicht aber für die Bundespartei.

Mehrere Medien hatten über die Mail vom Mittwochabend berichtet, in der es um das Auftreten der AfD in der Öffentlichkeit geht. Sie liegt auch der dpa vor. Hintergrund ist Höckes Auftritt im ARD-Talk von Günther Jauch am vergangenen Sonntag, der für heftige öffentliche Reaktionen gesorgt hatte. Höcke fiel unter anderem dadurch auf, dass er eine Deutschlandfahne über seine Stuhllehne drapierte. Im Anschluss behauptete er, Deutschland würde sich mit den Flüchtlingen "sozialen Sprengstoff importieren".

Höcke reagierte am Donnerstag verhalten auf die Kritik der Parteispitze. Er habe mit Petry telefoniert und ihr eine Mail geschrieben, erklärte er in Erfurt. "Interne Angelegenheiten regeln wir intern". Zudem erklärte Höcke, die AfD habe einen Bundesvorstand, "der eine gute Arbeit macht und der in der Lage ist, ein großes Meinungsspektrum innerhalb der AfD zu erhalten".

In der Mail der Parteivorsitzenden heißt es unter anderem, das Befriedigen persönlicher Gefühle von Teilen der eigenen Klientel sei nicht Zweck von Fernsehauftritten. Nach einem Bericht des "Handelsblatt" soll Petry eine Teilnahme an einer von Thüringens AfD-Landesverband geplanten Anti-Asyl-Demonstration am 4. November in Erfurt ohne Angabe von Gründen abgesagt haben.

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(das/dpa)