Nach der Europawahl Ramelow beklagt wachsende Kluft zwischen Ost und West

Berlin/Erfurt · In allen fünf ostdeutschen Flächenländern war die AfD bei der Europawahl am Sonntag stärkste Kraft geworden. Thüringens Ministerpräsident zeigt sich besorgt.

Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen (Archivbild).

Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen (Archivbild).

Foto: dpa/Martin Schutt

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat nach dem starken Abschneiden der AfD bei der Europawahl in Ostdeutschland vor einer wachsenden Kluft zwischen Ost- und Westdeutschen gewarnt. „In sozialen Netzwerken lese ich nach der Europawahl jetzt Sätze wie: „Wo bleibt die Dankbarkeit der Ostdeutschen?“ Das sind Fragen, die wir jetzt gerade nicht brauchen“, sagte der Linken-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). „Der Osten hat sich nicht zu entschuldigen. Man sollte ihn vielmehr als Chance begreifen. Stattdessen geht die emotionale Einheit zunehmend krachen. Dass man von Ostdeutschen Dankbarkeit erwartet, treibt diese Spirale weiter an“, beklagte der Ministerpräsident.

In allen fünf ostdeutschen Flächenländern war die AfD bei der Europawahl am Sonntag stärkste Kraft geworden. Auch bei den Kommunalwahlen liegt sie vielerorts vorn. In Thüringen, Sachsen und Brandenburg finde im September Landtagswahlen statt.

(esch/dpa)
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