Nach Desaster bei NRW-Landtagswahl: SPD sucht Weg aus der Krise

Nach NRW-Desaster : SPD sucht Weg aus der Krise

Nach dem Wahldebakel in Nordrhein-Westfalen will SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz inhaltliche Akzente setzen und seine Partei so bis zur Bundestagswahl aus der Krise bringen.

Er werde nun ganz konkrete Vorschläge für die Zukunftsgestaltung in Deutschland machen, kündigte Schulz am Montag in Berlin an. Wichtig seien vor allem Investitionen in Bildung und innovative Technologien. Parteilinke und Jusos hatten zuvor von Schulz gefordert, er müsse konkreter und zugespitzter formulieren und angreifen.

Schulz räumte ein: "Bis zur Bundestagswahl am 24. September haben wir eine lange Wegstrecke. Die ist steinig, und die wird hart werden.

Aber die SPD ist eine kampferprobte Partei." Rückschläge wegzustecken sei nicht immer ganz einfach. "Manchmal kriegt ein Boxer einen Leberhaken, aber das heißt noch nicht, dass die nächste Runde schon an den Gegner geht. In der nächsten Runde ist jemand wie ich kampferprobt."

SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil sagte in der "Bild"-Online-Sendung "Die richtigen Fragen": "Wir haben den richtigen Kandidaten mit Martin Schulz. Das steht außer Frage."

Parteivize Ralf Stegner forderte im ARD-"Morgenmagazin": "Wir müssen das Gerechtigkeitsthema noch stärker ausbuchstabieren." Die SPD werde sich nicht auseinanderdividieren lassen. Die SPD hatte ihr bisher schlechtestes Ergebnis in NRW erzielt und den Regierungsauftrag verloren.

Schulz hatte am Wahlabend eingestanden, die Bürger wollten, dass er nicht nur über soziale Gerechtigkeit rede, sondern die Zukunftsperspektiven der Bundespolitik präziser beschreibe. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft war von ihren SPD-Ämtern zurückgetreten.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis ist neben einer großen Koalition auch Schwarz-Gelb denkbar - mit knapper Mehrheit. Die CDU kommt auf 33, die SPD auf 31,2 Prozent. Dahinter folgt die FDP mit 12,6 Prozent. Mit 7,4 Prozent zieht erstmals die AfD in den Landtag in Düsseldorf ein.

Die bislang an der Regierung beteiligten Grünen stürzen auf 6,4 Prozent ab. Die Linkspartei scheitert mit 4,9 Prozent. Die NRW-Piraten fliegen mit 1,0 Prozent aus dem Landtag.

Demnach ergibt sich folgende Sitzverteilung mit Überhang- und Ausgleichsmandaten: CDU 72, SPD 69, FDP 28, Grüne 14 und AfD 16. Die absolute Mehrheit liegt demnach bei 100 Sitzen. Die Wahlbeteiligung stieg auf 65,2 Prozent (2012: 59,6 Prozent).

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kraft nach SPD-Niederlage bei Schulz in Berlin

(dpa)
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