Deutscher Ärztetag in Kiel: Montgomery Präsident der Bundesärztekammer

Deutscher Ärztetag in Kiel : Montgomery Präsident der Bundesärztekammer

Kiel (RPO). Frank Ulrich Montgomery ist neuer Präsident der Bundesärztekammer. Der 59 Jahre alte Klinikarzt aus Hamburg setzte sich am Donnerstag auf dem Deutschen Ärztetag in Kiel gegen vier weitere Kandidaten durch. Er wird Nachfolger von Jörg-Dietrich Hoppe, der nach zwölf Jahren an der Spitze der Ärzteschaft das Amt abgab.

Hoppe habe die Bundesärztekammer zur moralisch-ethischen Instanz aufgebaut und hohe politische Wirkung entfaltet, sagte Montgomery in seiner Bewerbungsrede. "Das werde ich auf jeden Fall fortsetzen. Und dennoch: Ich glaube, wir brauchen sehr viel mehr Einmischung", fügte er hinzu. Er wolle sich für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für die Mediziner einsetzen.

Montgomery war bisher Vizepräsident der Bundesärztekammer. Zuvor hatte er sich als Chef des Klinikärzteverbands Marburger Bund einen Namen gemacht und dort hohe Tarifsteigerungen durchgesetzt.

Montgomery erhielt im zweiten Wahlgang 128 von 249 abgegebenen Stimmen und damit nur wenig mehr als das nötige Quorum von 124 Stimmen. Zuletzt waren noch der Präsident der Berliner Ärztekammer, Günther Jonitz, und der Chef der Ärztekammer Westfalen Lippe, Theodor Windhorst, gegen ihn angetreten.

Der Ärztepräsident ist oberster Standesvertreter der rund 334.000 berufstätigen Ärzte. Insgesamt gibt es rund 440.000 Mediziner in Deutschland.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) gratulierte Montgomery zu dessen Wahl. Der Minister freue sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Bahr habe angekündigt, den guten Dialog mit der Bundesärztekammer fortsetzen zu wollen.

(apd/nbe)
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