1. Politik
  2. Deutschland

Möglicher Teilabzug von US-Truppen: Strack-Zimmermann kritisiert Heiko Maas

Spekulation um Teilabzug von US-Truppen : Strack-Zimmermann wirft Außenminister Maas mangelndes Engagement vor

Die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat das Verhalten der Bundesregierung gegenüber den USA in Bezug auf einen möglichen Teiltruppenabzug scharf kritisiert. US-Präsident Donald Trump spricht sie indes die Bündnisfähigkeit ab.

Die anhaltende Unklarheit über einen Abzug von US-Truppen aus Deutschland "zeigt das bizarre Verhältnis zwischen den USA und der Bundesregierung", sagte Strack-Zimmermann der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Insbesondere kritisierte sie die Reaktion von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) auf die Berichte über den Teilrückzug: Sie warf ihm mangelndes Engagement vor.

"Der Außenminister hat mit seinen Schultern gezuckt", sagte Strack-Zimmermann. "Das kann Lieschen Müller machen, aber der Außenminister sollte sich in einer solch wichtigen - alle Nato-Partner betreffenden - strategischen Frage positionieren."

Die FDP-Politikerin sprach US-Präsident Donald Trump rundweg die Bündnisfähigkeit ab. "Trump hat in den letzten Jahren bewiesen, dass er alles, was die freie und in Frieden lebende Welt aufgebaut hat, einzurammen bemüht ist", warnte Strack-Zimmermann. "Alles wird von ihm mit der Kettensäge zerlegt."

Das "Wall Street Journal" hatte am Freitag unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtet, Präsident Trump wolle voraussichtlich im September 9500 der derzeit 34.500 in Deutschland stationierten US-Soldaten abziehen. Die Bundesregierung teilte am Montag mit, dass sie nach wie vor auf offizielle Informationen der US-Regierung zu diesem Thema warte. Außenminister Maas hatte dazu erklärt: "Sollte es zum Abzug eines Teils der US-Truppen kommen, nehmen wir dies zur Kenntnis."

Strack-Zimmermann äußerte in dem AFP-Interview die Erwartung, dass die Bundesregierung dem US-Präsidenten klarer die Bedeutung der Stationierung in Deutschland verdeutliche. "Ich glaube, dass sich der amerikanische Präsident nicht im Klaren darüber ist, welche Bedeutung Deutschland als logistischer Dreh- und Angelpunkt für die US-Truppen hat", sagte sie. "Der Standort Deutschland ist für die amerikanischen Einsätze im Nahen und Mittleren Osten von höchster Relevanz."

(anst/AFP)