Missbrauch in NRW: 29 Ermittlungen gegen Pfarrer seit 2003 - Synode in Bad Neuenahr

Synode in Bad Neuenahr : 29 Missbrauch-Ermittlungen gegen rheinische Pfarrer seit 2003

Seit 2003 wurde in 29 Fällen wegen Missbrauchs gegen Pfarrer im Rheinland ermittelt, in 14 Verfahren kam es zu einem Urteil. Künftig sollen die meisten Mitarbeiter der Kirche regelmäßig Führungszeugnisse vorlegen müssen.

Mit einem Kirchengesetz will die rheinische Kirche verbindliche Regeln zum Schutz vor sexualisierter Gewalt festlegen. Sie sollen für alle 668 Gemeinden und 37 Kirchenkreise sowie die Ämter und Werke der zweitgrößten deutschen Landeskirche gelten. Das Gesetz soll voraussichtlich am Donnerstag von der Synode verabschiedet werden und ab dem kommenden Jahr gelten.

Dem Beschlussantrag zufolge sollen alle hauptamtlichen Mitarbeiter bei Dienstbeginn und danach alle fünf Jahre ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen müssen. Für Ehrenamtliche gelten dieselben Regelungen, sofern sie im Rahmen ihres Ehrenamtes besonderen Kontakt zu Kinder und Jugendlichen haben. Verstöße gegen die sexuelle Enthaltsamkeit etwa zwischen Pfarrern oder Kirchenmusikern und Gemeindegliedern müssten gemeldet werden. Zudem soll es ein Einstellungsverbot für Personen geben, die rechtskräftig wegen einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung verurteilt worden sind.

Präses Manfred Rekowski (2.v.r) eröffnet die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland. Foto: dpa/Thomas Frey

Seit 2003 hat es gegen 29 Pfarrerinnen und Pfarrer straf- oder disziplinarrechtliche Ermittlungen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs gegeben, sagte Jens-Peter Iven, Sprecher der Landeskirche Manche dieser Fälle lagen schon Jahrzehnte zurück. Während neun Verfahren eingestellt wurden und sechs noch anhängig sind, kam es in 14 Fällen zu einem Urteil. Seit die Kirche 2012 eine „Unabhängige Kommission“ als Ansprechstelle für Missbrauchsopfer eingerichtet hat, hätten sich zudem 20 Betroffene bei der Kirche gemeldet. Unter den von ihnen Beschuldigten befanden sich sieben Pfarrer. In 13 Fällen waren die Missbrauchstäter dagegen Jugendmitarbeiter, Diakone oder andere kirchliche Haupt- und Ehrenamtliche.

Der leitende Geistliche der Landeskirche, Präses Manfred Rekowski, kündigte offiziell an, nach dem Ende seiner Amtszeit im Januar kommenden Jahres nicht mehr für eine weitere Amtsperiode zu kandidieren. Er habe dies nicht vorher offiziell machen wollen, „um kein Auslaufmodell“ zu sein, so Rekowski.