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Ministerpräsidentenkonferenz: Merkel sieht Corona-Impfwettlauf mit Delta-Variante

Nach Ministerpräsidentenkonferenz : Merkel sieht Corona-Impfwettlauf mit Delta-Variante

Die Corona-Zahlen in Deutschland entwickeln sich nach Worten von Kanzlerin Merkel erfreulich. Vorsicht sei dennoch weiterhin geboten, gerade wegen der Delta-Variante des Virus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnet die Entwicklung der Corona-Fallzahlen als extrem erfreulich. „Wir können sagen, dass sich die Anstrengungen der vergangenen Monate gelohnt haben.“ Allerdings sei Corona damit nicht verschwunden, wie das wieder exponentielle Wachstum in Großbritannien wegen der Delta-Virusvariante zeige. Auf die Ausbreitung der zuerst in Indien festgestellten Virus-Variante müsse man achten.

Diese mache bisher 2,5 Prozent der Positivfälle aus, sagt Merkel nach Beratungen mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten. „Das, was uns Sorge macht ist die sogenannte Delta-Variante, die sich in Großbritannien wieder sehr stark ausbreitet“, so die Bundeskanzlerin. Jeder Tag, in dem es eine geringe Nachweisbarkeit der Variante gebe, sei ein guter Tag. Aber wichtig seien nun weitere Fortschritte beim Impfen. „Wir sind im Grund in einem Wettlauf mit dem Impfen“, sagte Merkel.

„Wir haben einen Sommer, der uns viele Möglichkeiten gibt, die wir lange Monate nicht hatten, aber wir sollten nicht sorglos sein, sondern die Lage immer wieder sehr, sehr genau beobachten“, betonte die Kanzlerin. Sie sagte, bei den zu erwartenden Impfstofflieferungen gebe es für Juli „noch kein ganz klares Bild“.

In Deutschland müssen nach Angaben Merkels außerdem im Herbst die Nachimpfungen von Älteren gegen das Coronavirus beginnen. Die Länder rechneten deshalb weiter mit der Arbeit der Impfzentren über den 30. September hinaus, sagt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller.

Die Ministerpräsidenten trafen bei ihren Gesprächen keine Entscheidung zur Durchführbarkeit von Großveranstaltungen und Sportveranstaltungen. Wie Merkel sagte, sollen sich die Staatskanzleichefs der Bundesländer nun darüber verständigen. Bund und Länder sollten sich in nächster Zeit alle vier Wochen auf der Ebene der Staatskanzleichefs austauschen.

In der zweiten Augusthälfte solle es dann vor der Bundestagswahl noch eine Ministerpräsidentenkonferenz geben, bei der unter anderem über die pandemische Lage und über das weitere Vorgehen beim Impfen beraten werden solle, kündigte Merkel an.

(c-st/dpa/Reuters/AFP)