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Ministerpräsident Draghi aus Italien für Gespräche über Gas in Algerien

Während Regierungskrise : Draghi für Gasgespräche in Algerien

Inmitten der Regierungskrise in Italien besucht Ministerpräsident Draghi am (heutigen) Montag die algerische Hauptstadt. Ziel war der Ausbau der Gaslieferungen nach Italien im Streben nach größerer Unabhängigkeit von russischem Gas.

Inmitten der Regierungskrise in Italien besucht Ministerpräsident Mario Draghi am (heutigen) Montag die algerische Hauptstadt Algier. Ziel war der Ausbau der Gaslieferungen des nordafrikanischen Landes nach Italien im Streben nach größerer Unabhängigkeit von russischem Gas.

Die Bedeutung des Besuchs wurde von der Zusammensetzung der Delegation unterstrichen, der der italienische Außenminister Luigi Di Maio, Innenministerin Luciana Lamorgese, Justizministerin Marta Cartabia und Umweltminister Roberto Cingolani angehörten. Sie wollten in Algier Gespräche führen, Präsident Abdelmadjid Tebboune treffen und Vereinbarungen unterzeichnen.

Algerien soll in Italien Russland als größten Gaslieferanten ablösen. Im April war während einer Reise Draghis in das noradrikanische Land eine wichtige Übereinkunft zwischen dem algerischen Energiegiganten Sonatrach und dem teilstaatlichen italienischen Energieversorger ENI erzielt worden, die Gaslieferungen auszubauen. Die EU-Staaten mühen sich in Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine darum, von russischer Energie loszukommen.

Wegen der Regierungskrise in Italien hatte Draghi seine Reise um einen Tag verkürzen müssen. Ein wichtiger Koalitionspartner in der italienischen Einheitsregierung, die Fünf-Sterne-Bewegung, hatte eine Vertrauensabstimmung im Senat über ein Gesetz für Abhilfe bei steigenden Energiekosten boykottiert und damit das Ende der Regierung riskiert.

(jmb/dpa)