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Milliardeneinnahmen durch Verkauf von Kriegsschiffen

Deutsche Rüstungsexporte : Milliardeneinnahmen durch Verkauf von Kriegsschiffen

Fast zehn Milliarden Euro hat die deutsche Rüstungsindustrie seit 2004 weltweit mit dem Export von Marine-Material umgesetzt. Darunter auch umstrittene Lieferungen an die Türkei.

Die deutsche Rüstungsindustrie hat seit 2004 Kriegsschiffe oder Teile dafür im Wert von 9,8 Milliarden Euro exportiert. Das geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Außenpolitikerin Sevim Dagdelen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Für den Bau, die Bewaffnung oder die technische Ausrüstung von Kriegsschiffen der türkischen Marine genehmigte die Bundesregierung seit 2002 Exporte im Wert von 522 Millionen Euro.

Inzwischen sind die deutschen Rüstungsexporte an die türkische Marine wegen des Konflikts der Nato-Partner Griechenland und Türkei um Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer höchst umstritten. Die Regierung in Athen hat den EU-Partner Deutschland aufgefordert, sie zu stoppen. Bisher unterbindet die Bundesregierung nur den Export von Rüstungsgütern an die Türkei, die im Syrien-Krieg eingesetzt werden können.

Es geht vor allem um den Bau von sechs U-Booten der Klasse 214, die in der Türkei unter maßgeblicher Beteiligung des Konzerns ThyssenKrupp Marine Systems montiert werden. Die Bundesregierung hatte die Lieferung von Bauteilen bereits 2009 genehmigt und den Export mit einer sogenannten Hermes-Bürgschaft von 2,49 Milliarden Euro abgesichert. Damals waren die Beziehungen zwischen beiden Ländern noch deutlich entspannter.

Jetzt gerät das U-Boot-Projekt wegen des sich zuspitzenden Konflikts im Mittelmeer immer stärker in die Kritik. Dagdelen nannte die Exporte «unerträglich». «Wer wie Kanzlerin Merkel und Außenminister Maas weiter Waffen an die Türkei liefert, sollte das Wort europäische Solidarität nicht mehr in den Mund nehmen», sagte sie.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version schrieben wir an einer Stelle „Dollar“ statt „Euro“. In der vormaligen Meldung der Deutsche Presse Agentur hieß es zudem, die Milliardenexporte seien an die Türkei gegangen. Korrekt wurden diese Geschäfte jedoch weltweit abgewickelt. Wir haben das korrigiert.

(june/dpa)