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Mike Mohring soll der Anti-Bodo-Ramelow sein

Thüringen : Mike Mohring soll der Anti-Ramelow sein

Mike Mohring glaubt nicht recht an eine faustdicke Überraschung bei der Wahl des Ministerpräsidenten von Thüringen. Derzeit sieht alles danach aus, als wählten SPD, Grüne und Linkspartei am kommenden Freitag zum ersten Mal einen Vertreter der Partei Die Linke zum Ministerpräsidenten.

Aber wenn es im Erfurter Landtag doch eine Sensation geben sollte, wäre nicht der 58 Jahre alte Westdeutsche Bodo Ramelow Sieger, sondern der 41-jährige ostdeutsche Christdemokrat Jüngster in der Riege der 16 Ministerpräsidenten.

Ähnlich wie die gleichaltrige rheinland-pfälzische Spitzenpolitikerin Julia Klöckner zählt Mohring zur kleinen Garde Liberal-Konservativer in der Union, die den berühmten Marschallstab im Tornister tragen und darunter nicht hörbar ächzen.

Mohring traut sich was zu. Als der ledige Mann im Alter von 28 Jahren in den Landtag gewählt wurde, dominierte dort noch die Ministerpräsidenten-Legende Bernhard Vogel (CDU). Vogel fand Gefallen an der Forschheit Mohrings, der strengeres Sparen verlangte.

Heute ist Mohring CDU-Fraktionschef und designierter Nachfolger der langgedienten, nicht überall in ihrer Partei gelittenen Noch-Ministerpräsidentin und Noch-Landesparteichefin Christine Lieberknecht. Sie wird beiseite treten, wenn ihre Partei den Hauch einer Chance wahrnehmen will, anstelle des explizit Linken Ramelow doch noch ihren Kandidaten durchzusetzen.

Mohring ist für schwarz-grüne Bündnisse. Und er teilt nicht die Berührungsängste vieler CDU-Spitzenleute vor der AfD, die im demokratischen Spektrum rechts von der Union siedelt und Mohring in den wohl drei geheimen Abstimmungen ihre elf Stimmen geben würde.

Votierte nur ein Abgeordneter von Linkspartei, SPD und Grünen gegen Ramelow und für Mohring, der Recht und Wirtschaft studiert hat und einen Handwerksbetrieb von innen kennt, wäre die Überraschung möglich.

(RP)