Studie belegt: Deutsche haben schlechtes Gefühl bei Muslimen als Chefs

Studie belegt : Deutsche haben „schlechtes Gefühl“ bei Muslimen als Chefs

Ein großer Teil der Deutschen hätte ein schlechtes Gefühl, wenn mehr Muslime im Job in wichtige Führungspositionen kämen. Laut einer neuen Studie sehen sich Migranten und Ostdeutsche zudem gleichermaßen als „Bürger zweiter Klasse“.

Erstellt hat die Studie das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung. Der Titel: „Konkurrenz um Anerkennung“. Damit wollten die Wissenschaftler Gemeinsamkeiten zwischen Migranten und Ostdeutschen erforschen und auch herausfinden, ob bestimmte soziale Gruppen ein Problem damit haben, wenn eine andere soziale Gruppe aufsteigt.

Hier zeigte sich ein klarer Unterschied zwischen der Bewertung von Ostdeutschen und von Muslimen: Während Westdeutsche kaum etwas dagegen hätten, wenn mehr Ostdeutsche Führungspositionen bekleiden würden, hätte ein großer Teil der Westdeutschen (33,8 Prozent) und ein noch größerer Teil der Ostdeutschen (47,6 Prozent) ein schlechtes Gefühl, wenn mehr Muslime Chefs würden.

Ähnlich sieht es beim Thema Bildung aus: Während Bildungserfolge von Ostdeutschen kaum als Bedrohung wahrgenommen werden, stimmten 33,1 Prozent der Westdeutschen und 40,4 Prozent der Ostdeutschen der Aussage zu, dass man aufpassen müsse, dass Bildungserfolge von Muslimen nicht zu Lasten der Bildungschancen der Restbevölkerung gingen.

„Es ist für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft problematisch, wenn gelungene Integration nicht als positiv, sondern sogar als negativ empfunden werden kann“, sagt dazu Frank Kalter aus dem Projektteam der Studie.

Die Analyse ist der erste Teil der Reihe „Ost-Migrantische Analogien“. Für die Studie haben die Forscher mehr als 7200 Menschen in Telefoninterviews befragt.

Westdeutsche werfen laut der Studie sowohl Migranten als auch Ostdeutschen vor, sich als Opfer zu stilisieren und nicht im heutigen Deutschland angekommen zu sein. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass sowohl die Bevölkerungsgruppe mit Migrationshintergrund als auch Ostdeutsche neben strukturellen Nachteilen wie geringerem Lohnniveau oder höherer Arbeitslosigkeit von „sozialer, kultureller und identifikativer Abwertung“ betroffen seien.

Ein weiterer Vorwurf, der sowohl Muslimen als auch Ostdeutschen in ähnlichem Maße gemacht wird, ist eine latente Extremismusnähe. 37,4 Prozent der Westdeutschen sagen, Ostdeutsche distanzierten sich nicht genug vom Extremismus. Über Muslime sagen das 43,3 Prozent der Westdeutschen.

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