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Sommertour (5): Mettmann: Eulen und Mammuts

Sommertour (5) : Mettmann: Eulen und Mammuts

Mettmann (RP). Marua hat sich eine Eule ausgesucht. Geschickt ritzt sie die Konturen des Tieres mit einem Feuerstein in die Schieferplatte vor sich auf dem Tisch. Als Vorlage dient ihr die Skizze einer uralten Höhlenmalerei. Trudi Christ vom Neanderthal Museum muss dem fingerfertigen Mädchen kaum helfen.

Wie haben Menschen mit den primitiven Mitteln der Steinzeit, ohne unsere moderne Technik, ihren Alltag bewältigt? Oder waren Neandertaler & Co. gar nicht so primitiv und einfältig, wie wir gemeinhin annehmen? Waren sie nicht doch äußerst geschickt im Umgang mit Stein, Holz, Knochen und anderen natürlichen Materialien, die ihnen so zur Verfügung standen?

Wer es genauer wissen möchte, ist in der Steinzeitwerkstatt des Mettmanner Neanderthal Museums goldrichtig. Dort können Kinder und Jugendliche ab acht Jahren das Leben der eiszeitlichen Menschen vor so 140.000 bis 30.000 Jahren begreifen lernen, indem sie Dinge des Alltags herstellen wie Werkzeug, Schmuck oder Gefäße, genau so wie es die Menschen früher getan haben.

Die ganzen großen Ferien über bietet die Werkstatt im malerischen Neandertal zwischen Mettmann und Erkrath nachmittags Workshops an. Dabei stehen der alltägliche Kampf unserer Vorfahren ums Überleben im Mittelpunkt, wenn etwa Steinzeitmesser hergestellt werden (26.7., 18.8.). Ums Überleben und die Beschaffung der notwendigen Nahrung geht es auch, wenn Beutetiere der Steinzeitmenschen wie das Mammut aus Ton nachgebildet werden (4.8.).

Auch unsere Vorfahren haben übrigens gerne hübsch ausgesehen und sich geschmückt. So stellen die Ferienkinder aus Speckstein Kettenanhänger her (19.7., 16.8.). Um Schmuck geht es dann noch einmal, wenn aus Muscheln und Leder eine Kette gebastelt wird (21.7.). Dinge für den Hausgebrauch und zum Aufbewahren werden beim Töpfern jungsteinzeitlicher Gefäße angefertigt und verziert (11.8.).

Künstlerisch geht's zu beim Gravieren steinzeitlicher Motive auf Schieferplatten (9.8.) oder beim Malen mit Naturfarben (28.7.).

Da Jagd nicht nur Koordination mehrer Personen und ein wenig Glück voraussetzt, sondern auch eine Weile dauert, bevor sie zum Erfolg führt, mussten Jäger außer Waffen auch stets Essbares dabei haben. Getrocknetes Fleisch oder Früchte konnten die Neandertaler etwa in Lederbeuteln mitnehmen. Solche werden in der Werkstatt ebenfalls genäht und anschließend schön verziert (2.8.).

Steinzeitwerkstatt Neanderthal Museum, Talstraße300, Mettmann, Telefon 02104-979715, email:fuehrung@neanderthal.de Beginn der Workshops: 14 oder 15 Uhr. Kosten: 6 Euro­.

(Rheinische Post)