Berlin: Merkels schwierige Türkei-Reise

Berlin : Merkels schwierige Türkei-Reise

Der stockende EU-Beitritt wird ein zentrales Gesprächsthema in Ankara sein.

Zum dritten Mal in sieben Jahren reist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Wochenende in die Türkei. Bevor sie am Montag mit Staatspräsident Abdullah Gül und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan zusammenkommt, macht sie morgen Station bei den 320 deutschen Soldaten im südtürkischen Kahramanmaras. Die Bundeswehr ist Teil des Nato-Einsatzes "Active Fence Turkey" ("Aktiver Zaun Türkei") zum Schutz des Landes vor Raketenangriffen aus Syrien.

Begleitet wird Merkel von Wirtschaftsvertretern aus den Bereichen Energie, Maschinenbau, Luftverkehr und Finanzen. Eines der zentralen Themen bei Merkels Gesprächen mit der Staatsspitze werden die stockenden EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei sein.

Die Beziehungen zwischen beiden Ländern gelten als belastbar und freundschaftlich, doch es gibt immer wieder schwierige Gespräche etwa über die Integration von Türken in Deutschland oder die Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei. Merkels CDU lehnt eine Vollmitgliedschaft der Türkei ab und plädiert nur für eine sogenannte privilegierte Partnerschaft. Die Bundeskanzlerin nennt die Gespräche aber "ergebnisoffen". Die Türkei beantragte den Beitritt bereits 1987. Verhandelt wird aber erst seit 2005, seit 2010 kommen die Gespräche nicht mehr voran. Hauptgrund ist, dass die Türkei das EU-Mitglied Zypern, dessen Nordteil sie seit Jahrzehnten mit Soldaten besetzt, nicht anerkennt und die Öffnung der Grenze auf der Insel gegenüber der griechisch-zyprischen Regierung ablehnt.

(dpa)
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