Reaktion auf Israels Siedlungspolitik: Merkel will angeblich U-Boot-Lieferung stoppen

Reaktion auf Israels Siedlungspolitik : Merkel will angeblich U-Boot-Lieferung stoppen

Jerusalem (RPO). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwägt laut einem israelischen Zeitungsbericht, die Lieferung von U-Booten an Israel einzustellen. Die Zeitung "Jediot Ahronot" berichtete am Mittwoch unter Berufung auf "hohe" israelische Regierungskreise, dies sei eine Reaktion auf die israelische Siedlungspolitik im Ostteil Jerusalems.

Die Bundesregierung überdenke ihre Entscheidung, ein sechstes U-Boot der Dolphin-Klasse an Israel zu verkaufen, schrieb die Zeitung. Merkel wolle damit ihre Unzufriedenheit über die israelische Genehmigung von Ende September bekunden, 1100 neue Wohnungen im Ost-Jerusalemer Stadtteil Gilo zu bauen.

Israel hat bereits drei deutsche U-Boote erhalten, zwei weitere werden derzeit gebaut. Außenminister Avigdor Lieberman wollte im Radiosender der israelischen Streitkräfte nicht näher auf den Zeitungsbericht eingehen. Er sagte lediglich, der "Ärger der europäischen Regierungschefs" sei "nicht gerechtfertigt".

Mit der Genehmigung zum Bau von 1100 weiteren Wohnungen in Gilo hatte Israel international eine Welle der Empörung ausgelöst. Merkel sagte damals in einem Telefonat mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu, dass ihr "jegliches Verständnis" für diese Entscheidung fehle. Die Palästinenser kritisierten den Beschluss als Absage an neue Friedensverhandlungen.

Die Siedlungsfrage ist seit Jahren ein Hauptstreitpunkt in den Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern. Seit 1967 hat Israel ein Dutzend jüdische Wohnviertel in Ost-Jerusalem gebaut. Israel sieht ganz Jerusalem als seine Hauptstadt an. Die Palästinenser wollen dagegen Ost-Jerusalem zur Hauptstadt eines Palästinenserstaates machen.

(AFP/felt)
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