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Kanzlerin gratuliert zu 150 Jahren Sozialdemokratie: Merkel sieht viele Gemeinsamkeiten mit der SPD

Kanzlerin gratuliert zu 150 Jahren Sozialdemokratie : Merkel sieht viele Gemeinsamkeiten mit der SPD

Merkel wird eine Sozialdemokratisierung der CDU nachgesagt. Jetzt gratuliert sie der SPD zur Parteigründung von 150 Jahren, betont viele Gemeinsamkeiten. Schielt die Kanzlerin auf eine große Koalition nach der Bundestagswahl?

Die CDU-Vorsitzende, Kanzlerin Angela Merkel, hat zur Gründung der SPD vor 150 Jahren an viele Gemeinsamkeiten zwischen ihrer Partei und den Sozialdemokraten erinnert. Zum stolzen Jubiläum gratuliere sie der SPD auch persönlich von Herzen, schreibt Merkel in einem Beitrag für eine Sonderausgabe der SPD-Mitgliederzeitung "Vorwärts". CSU-Chef Horst Seehofer spricht von einem gemeinsamen Auftrag von Christ- und Sozialdemokraten.

"Respekt und Anerkennung"

In den 150 Jahren ihres Bestehens habe die SPD viele Höhen und Tiefen deutscher Geschichte erlebt und - wie während des Nationalsozialismus - schmerzlich durchlitten, so Merkel. "Immer war die SPD dabei eine streitbare und unbeugsame Stimme der Demokratie in Deutschland." Für diesen gar nicht hoch genug einzuschätzenden Dienst verdiene die SPD Respekt und Anerkennung.

"In diesem Geist können die Sozialdemokratische Partei Deutschlands und die Christlich Demokratische Union Deutschlands auch die heutigen Herausforderungen unserer globalen Welt annehmen - streitbar, kontrovers, im Dienste von Frieden und Freiheit für die Menschen in unserem Land."

Seehofer: Verbindendes Fundament

Nach Ansicht Seehofers haben viele überzeugende und kraftvolle Sozialdemokraten Deutschland mitgeprägt. Darauf könne die Partei stolz sein, schreibt Bayerns Ministerpräsident im SPD-Organ. Als Demokraten hätten Christ- und Sozialdemokraten einen gemeinsamen Auftrag: Der Kampf für Freiheit, Menschenrechte, Gerechtigkeit und Demokratie. "Ich freue mich, dass uns bei aller Diskussion um Sachfragen ein tiefer und fester Zusammenhalt auf dem Fundament unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung verbindet."

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt lobt die vor allem von der SPD nach dem Zweiten Weltkrieg forcierte Mitbestimmung. Diese sei inzwischen ein "wichtiger Standortvorteil für unser Land". Er sei überzeugt, dass die Mitbestimmung in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen werde, weil die Betriebspartner zum Beispiel durch tarifvertragliche Öffnungsklauseln mehr Verantwortung erhielten.

Die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) am 23. Mai 1863 in Leipzig gilt als Gründungstag der deutschen Sozialdemokratie. Mit einem Festakt im Leipziger Gewandhaus wird die SPD am diesem Tag ihr 150-jähriges Bestehen feiern. Die Hauptrede wird voraussichtlich Bundespräsident Joachim Gauck halten. Erwartet wird, dass auch Merkel und Spitzenpolitiker anderer Parteien zu der Veranstaltung kommen.

(dpa)