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Trauerfeier in Selsingen: Merkel hält nun doch Trauerrede für Soldaten

Trauerfeier in Selsingen : Merkel hält nun doch Trauerrede für Soldaten

Hamburg (RP). Eine Woche nach dem Tod von drei deutschen Soldaten in Afghanistan will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heute eine Trauerrede für die Gefallenen halten. Zum Gottesdienst im niedersächsischen Selsingen wird unter den 1000 Trauergästen auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erwartet (CSU). Selsingen liegt nahe dem Heimatstandort der Getöteten, Seedorf bei Bremen.

Die Teilnahme sei Merkel "ein persönliches Anliegen", sagte ein Regierungssprecher. Die Kanzlerin reagiert mit der Ankündigung auf Kritik aus Regierungsfraktionen und Opposition. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz hatte der "Bild"-Zeitung gesagt, Merkels Teilnahme wäre "ein schönes Signal". Der FDP-Verteidigungspolitiker Burkhardt Müller-Sönksen hatte sich ähnlich geäußert. Der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels sagte, es falle auf, dass sich die Bundeskanzlerin beim Thema Afghanistan demonstrativ zurückhalte: "Es wäre gut, wenn Frau Merkel mehr Flagge zeigt."

Bisher war die Kanzlerin nur einmal bei einer Trauerfeier für einen in Kabul getöteten Polizisten des Bundeskriminalamts dabeigewesen, der früher in ihrem Personenschutzteam gearbeitet hatte. Für die Gedenkstunde unterbricht Merkel ihren Urlaub auf der Kanaren-Insel Gomera.

Die Trauerfeier beginnt heute um 14 Uhr. Neben Kanzlerin Merkel wird auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg eine Ansprache halten. Den ökumenischen Gottesdienst halten ein katholischer und ein evangelischer Geistlicher. Der Ort der Trauerfeier ist fünf Kilometer entfernt von dem Heimatstandort der getöteten Fallschirmjäger in Seedorf zwischen Hamburg und Bremen.

Die 25, 28 und 35 Jahre alten Soldaten waren am Karfreitag bei einem Gefecht mit Taliban in der Nähe der nordafghanischen Stadt Kundus getötet worden. Vier weitere Soldaten wurden schwer verletzt. Sie werden im Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz behandelt, zwei von ihnen befinden sich weiterhin in der Intensivstation.

(RP/apn)