1. Politik
  2. Deutschland

Integrationsgipfel in Berlin: Merkel gegen doppelte Staatsangehörigkeit

Integrationsgipfel in Berlin : Merkel gegen doppelte Staatsangehörigkeit

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erneut gegen eine dauerhafte doppelte Staatsangehörigkeit ausgesprochen. Es solle bei der Entscheidung "für eine Staatsangehörigkeit" im Alter von 23 Jahren bleiben, sagte Merkel am Dienstag beim sechsten Integrationsgipfel im Kanzleramt.

"Meine persönliche Überzeugung ist, das wir bei dem Optionsmodell im Alter von 23 Jahren eine Entscheidung für eine Staatsbürgerschaft haben möchten", sagte Merkel. Integrationspolitisch sei die Staatsbürgerschaft nur ein Thema von vielen, Integration sei aber vor allem eine Frage der "Teilhabe in unserem Land", sagte Merkel.

Die Erfahrung zeige zudem, dass sich "der übergroße Teil für die deutsche Staatsbürgerschaft entscheidet". Nach der geltenden Optionsregelung müssen sich in Deutschland geborene Kinder von Ausländern bis zum 23. Lebensjahr für eine Staatsangehörigkeit entscheiden.

Merkels Koalitionspartner, Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), hatte sich vor dem Gipfel erneut für die doppelte Staatsangehörigkeit stark gemacht. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sagte Rösler "Spiegel Online", es wäre ein "zusätzlicher Anreiz, um qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen". Die doppelte Staatsangehörigkeit würde zu einer "echten Willkommenskultur beitragen". Die Union beharrt dagegen jedoch weiter auf der Optionspflicht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte zudem gleiche Chancen für Unternehmer mit ausländischen Wurzeln. Für Existenzgründer aus Zuwandererfamilien gebe es eine "strukturelle Benachteiligung" etwa bei der Kreditvergabe, sagte Merkel am Dienstag in Berlin. Der Wirtschaftsstandort Deutschland müsse seine interkulturelle Kompetenz ausbauen. Auch im öffentlichen Dienst müsse der Anteil von Migranten erhöht werden. "Einwanderung ist Chance und Bereicherung", sagte sie.

(AFP/hüls/dpa)