20-prozentige Erhöhung gefordert Mehr Sold im Wehrdienst?

Berlin (RPO). In der Bundeswehr regt sich Unmut über den Sold für die Grundwehrdienstleistenden. Deren Bezahlung hat sich seit 1999 nicht gesteigert. Jetzt will der Bundeswehrverband eine Solderhöhung von 20 Prozent. Der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD) hält das für diskutabel.

"Die Diskussion über eine angemessene Erhöhung ist richtig", sagte Reinhold Robbe. Er werde seit langem bei jedem Truppenbesuch mit dieser Forderung der Soldaten konfrontiert: "Die Soldaten verstehen nicht, warum die letzte Erhöhung von 1999 so lange zurückliegt."

Jeder Arbeitnehmer könne damit rechnen, beinahe jährlich mehr Geld zu bekommen. "Da kann ich den Unmut der Soldaten verstehen", sagte der Wehrbeauftragte. Eine Erhöhung von 20 Prozent, wie vom Bundeswehrverband vorgeschlagen, sei eine "vernünftige Gesprächsgrundlage".

Angesichts der hohen Anforderungen des Wehrdienstes liege der Sold für einfache Wehrpflichtige mit derzeit 7,41 Euro pro Tag deutlich zu niedrig. "Die Grundausbildung ist kein Zuckerschlecken", gab Robbe zu bedenken. Die Soldaten würden körperlich "unglaublich hart ausgebildet".

Auch nach einer Erhöhung würde der Wehrsold nach Ansicht Robbes eine "symbolische Anerkennung für den Dienst bei der Truppe" bleiben. Leben könnten und müssten die Soldaten von rund 230 Euro im Monat nicht. Eine Grundversorgung leiste die Bundeswehr, der Sold sei als zusätzliche Anerkennung gedacht, betonte der Wehrbeauftragte.

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, hatte die Bundesregierung am Dienstag aufgefordert, den Soldaten im Grundwehrdienst und den Zivildienstleistenden knapp 20 Prozent mehr Sold zu zahlen. "Das ist überfällig", sagte er und fügte hinzu, er erwarte jetzt eine Initiative von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU).

(afp)
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