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Mehr Bundeswehr-Soldaten leiden an psychischen Erkrankungen

Bundeswehr : Erneut mehr Soldaten psychisch erkrankt

290 Bundeswehrsoldaten sind im 2019 an posttraumatischen Belastungsstörungen erkrankt. Das sind mehr als in den Jahren zuvor.

Die Zahl neu erkrankter Soldaten mit posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Nach 274 Betroffenen im Jahr 2017 und 279 im Jahr 2018 verzeichnete die Bundeswehr zuletzt 290 neue Fälle einsatzbedingt psychisch erkrankter Soldatinnen und Soldaten. Das geht aus einer unserer Redaktion vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD hervor.

Die Bundeswehr erfasse grundsätzlich nicht die einzelnen Behandlungskontakte, sondern vielmehr die Gesamtzahl der zu behandelnden Soldatinnen und Soldaten unter Bezug auf ihre Einsatzgebiete, heißt es in der von Staatssekretär Peter Tauber verfassten Erläuterung. Danach wurden im vergangenen Jahr 982 Personen behandelt, die zuvor in Afghanistan eingesetzt waren, 695 kamen aus dem Kosovo-Einsatz und 181 aus anderen Missionen. Die Gesamtzahl der im vergangenen Jahr begutachteten oder behandelten PTBS-Erkrankungen stieg somit gegenüber 2018 von 1734 auf 1964. Gegenüber dem Jahr 2016 mit 1502 Betroffenen bedeutet das einen Zuwachs um mehr als 30 Prozent.

Angesichts dieser Zahlen sieht der AfD-Politiker René Springer die Notwendigkeit, eine Strategie für die Behandlung und Versorgung einsatzgeschädigter Soldaten zu haben, um die bestmögliche Versorgung sicherstellen zu können. „Die ist jedoch bis heute nicht im Ansatz vorhanden“, lautet seine Kritik. Für das Beste hält er es, die Soldaten gar nicht erst in „gefährliche aber völlig aussichtslose Einsätze wie Afghanistan“ zu schicken.

(may-)