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Mecklenburg-Vorpommern: Manuela Schwesig gilt als SPD-Hoffnungsträgerin

Landtagswahlen Mecklenburg-Vorpommern : Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gilt als SPD-Hoffnungsträgerin

Parallel zur Bundestagswahl am kommenden Sonntag finden in Mecklenburg-Vorpommern die Landtagswahlen statt. Die SPD setzt alles auf die „Frau für MV“, die amtierende Regierungschefin Manuela Schwesig. Mit blendenden Beliebtheitswerten könnte es in eine zweite Amtszeit gehen.

Sie gilt als zielstrebig und hartnäckig - und als eine der Hoffnungsträgerinnen der SPD in Deutschland. Vorerst will sich Manuela Schwesig jedoch eine zweite Amtsperiode in Schwerin sichern. Vor vier Jahren übernahm sie die Regierungsgeschäfte in Mecklenburg-Vorpommern vom erkrankten Ministerpräsidenten Erwin Sellering. Seitdem baute die 47-Jährige ihre Macht aus, indem sie immer mehr Zuständigkeiten in ihrer Staatskanzlei bündelte.

Wer Schwesigs Kurs nicht folgen wollte wie etwa Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD), gab entnervt sein Amt auf. Anders als ihre Vorgänger mischte Schwesig darüber hinaus unüberhörbar in der Bundespolitik mit und sorgte dafür, dass das vergleichsweise einwohnerarme Bundesland im Nordosten weithin wahrgenommen wird.

Der Wahlkampf der Sozialdemokraten vor der Landtagswahl am 26. September ist vollkommen auf die Spitzenkandidatin Schwesig fokussiert. Die SPD will von der „Frau für MV“ profitieren, deren Beliebtheitswerte die der Partei - und vor allem jene ihres CDU-Herausforderers Michael Sack - weit in den Schatten stellen. Schwesig konnte in den vergangenen Jahren mit Themen wie dem Ausbau kostenloser Kitas, der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und der Chancengleichheit für Frauen offenbar punkten.

Auch nutzte sie die bei vielen Ostdeutschen vorhandene Sympathie für Russland, um zu regionalen Russlandtagen einzuladen und vehement die Fertigstellung der Erdgaspipeline Nord Stream 2 einzufordern. Dafür ließ sie unter anderem mit Steuergeldern eine Umweltstiftung gründen, die nebenher die am Pipelinebau beteiligten Firmen vor Sanktionen der USA beschützen sollte.

Viel Zuspruch erhielt Schwesig auch, als sie 2019 ihre eigene Krebserkrankung publik machte und dennoch im Amt blieb - auch um anderen Frauen in einer solchen Situation Mut zu machen. Inzwischen überwand sie die Krankheit nach eigenen Angaben.

Schwesig wuchs in Brandenburg auf. Nach dem Studium arbeitete sie als Beamtin in Finanzämtern sowie im Finanzministerium in Schwerin. In die SPD trat sie 2003 im Alter von 29 Jahren ein und engagierte sich in der Kommunalpolitik. Als Stadtverordnete in Schwerin gewann sie Sympathien, weil sie offen auf andere Menschen zugehen, mit ihnen plaudern und ihnen zuhören konnte.

Schon bald legte sie eine Bilderbuchkarriere hin: 2008 holte der damalige Ministerpräsident Sellering Schwesig als Sozial- und Gesundheitsministerin in sein Landeskabinett. Mit 34 Jahren war sie damit Deutschlands jüngste Ministerin. Ihr Kabinettskollege, Innenminister Lorenz Caffier (CDU), verspottete sie damals als „Küstenbarbie“. Als engagierte Ressortchefin aber erwarb sie sich bald über die Landesgrenzen hinweg politisches Renommee.

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So folgte sie schon 2009 dem Ruf ihrer Partei und wurde zur stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden. 2013 wechselte sie nach Berlin und wurde Bundesfamilienministerin in der großen Koalition, als die Sozialdemokraten trotz verlorener Bundestagswahl wieder in die Regierung eintraten. Schwesig kümmerte sich um den Ausbau der Kinderbetreuung, das Elterngeld Plus und die durchaus umstrittene Frauenquote in Aufsichtsräten. Zudem schrieb sie sich den Kampf gegen rechts auf die Fahnen.

Schwesig wohnt mit ihrem Ehemann Stefan und den beiden Kindern in Schwerin, wenige Fahrradminuten von der Staatskanzlei entfernt. Manchmal joggt sie um einen der vielen Seen der Stadt. Sonntags nimmt sie sich - soweit es der Terminkalender zulässt - Zeit, um mit ihrer Tochter, die während Schwesigs Amtszeit als Bundesministerin zur Welt kam, auf den Spielplatz zu gehen.

In Interviews bezeichnete sich die SPD-Politikerin nach nur vier Jahren Amtszeit als Ministerpräsidentin bereits selbst als „Landesmutter“. Dennoch darf angezweifelt werden, dass sich die ehrgeizige Schwesig langfristig mit der Landespolitik zufrieden geben wird.

(ahar/AFP)