Massive Kritik aus eigener Partei: AfD-Politiker bezeichnet Hitler-Attentäter Stauffenberg als „Verräter“

Massive Kritik aus eigener Partei : AfD-Politiker bezeichnet Hitler-Attentäter Stauffenberg als „Verräter“

Lars Steinke nannte das gescheiterte Attentat auf Adolf Hitler den „beschämenden Versuch eines Feiglings“. Stauffenberg hatte 1944 vergeblich versucht, Hitler zu töten und damit den Zweiten Weltkrieg zu beenden.

Der niedersächsische Landeschef der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) hat Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg einen „Verräter“ genannt. „Stauffenberg war ein Verräter“, heißt es in dem Facebook-Beitrag von Lars Steinke, der nicht öffentlich einsehbar ist. Steinke bestätigte der dpa und der „Welt“, er habe den Text selbst verfasst.

Mit seinen Äußerungen stößt er parteiintern auf harsche Kritik: Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland sprach sich für einen Parteiausschluss Steinkes aus. Dessen Facebook-Äußerung ist für Gauland „bodenloser Schwachsinn“, wie ein Sprecher ihn bei Twitter zitierte. „Stauffenberg ist ein Held der deutschen Geschichte.“ AfD-Parteichef Jörg Meuthen kritisierte die abfälligen Äußerungen von Steinke als „komplett inakzeptabel“. Die Aussagen offenbarten „ein absurdes Geschichtsverständnis und haben in der AfD absolut nichts zu suchen“.

Die niedersächsische AfD äußerte „Befremden“ über Steinke: „Der Landesvorstand stellt hierzu klar, dass diese Meinung in all ihrer Absurdität weder die Meinung des Landesvorstandes der AfD Niedersachsen widerspiegelt, noch die der AfD insgesamt“. Auch der JA-Bundesvorstand distanzierte sich. „Der Text Lars Steinkes widerspricht eklatant den Wertvorstellungen der Jungen Alternative für Deutschland“, erklärte JA-Bundeschef Damian Lohr in einer Mitteilung.

In dem Facebook-Beitrag heißt es demnach, das gescheiterte Attentat auf Hitler sei „der beschämende Versuch eines Feiglings“ gewesen, „die eigene Haut vor dem kommenden Sieger zu retten“. Am 20. Juli 1944 hatten Wehrmachtsoffiziere um Stauffenberg vergeblich versucht, Hitler mit einer Bombe zu töten und den Zweiten Weltkrieg zu beenden. Sie wurden hingerichtet.

Der JA-Vorstand werde mit dem AfD-Vorstand über Konsequenzen beraten. Der Bundesvorstand wird laut AfD-Parteichef Meuthen zu Beginn der kommenden Woche mit der Angelegenheit befassen.

(mba/dpa/AFP)
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