Masern: Jetzt plädiert auch die SPD für eine Impfpflicht

Parteichefin Nahles unterstützt Spahn : Jetzt plädiert auch die SPD für eine Impfpflicht gegen Masern

Nachdem die Debatte um eine Impfpflicht gegen Masern in den letzten Tagen Fahrt aufgenommen hat, hat sich Die SPD-Parteichefin Andrea Nahles auf die Seite des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn geschlagen.

Nahles unterstützt das Vorhaben von Jens Spahn (CDU), Masern-Impfungen für Kita- und Schulkinder zur Pflicht zu erklären. „Ich finde es richtig, bei sehr ansteckenden Krankheiten wie Masern eine Impfpflicht einzuführen“, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“. Es gehe dabei nicht nur um die Gesundheit der Kinder, sondern auch älterer Menschen mit geschwächtem Immunsystem. „Die individuelle Freiheit hat ihre Grenzen dort, wo sie die Gesundheit vieler anderer gefährdet“, erläuterte sie. „Und das ist hier eindeutig der Fall: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Weigerung, sich gegen Masern impfen zu lassen, kürzlich immerhin zu einer der globalen Gesundheitsbedrohungen erklärt.“

Masern sind hochansteckend und können in seltenen Fällen auch tödlich verlaufen. Anfang Mai wird ein Vorschlag Spahns für eine Impfpflicht erwartet. Bei den Ländern gibt es derzeit keine einheitliche Position. Der Brandenburger Landtag war vorgeprescht und hatte die Landesregierung mit breiter Mehrheit aufgefordert, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass bis zu einer bundesrechtlichen Lösung eine Impfung als Voraussetzung für den Besuch von Kitas und Tagespflege gilt. Andere Länder wollen den Vorschlag des Bundes abwarten.

Derweil nannte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, es „sehr richtig und sehr wichtig“, dass sich nun auch Minister aus Nordrhein-Westfalen für eine Impfpflicht aussprächen. Unklar sei ihm aber die Frage der Umsetzung, sagte Montgomery der „Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung“. „Man kann verbieten, dass ungeimpfte Kinder in den Kindergarten gehen, weil sie eine Gefahr für andere sind. Aber wir haben eine Schulpflicht“, betonte der Ärztekammer-Präsident. Es bliebe wohl nur ein Appell an die Vernunft. „In unserem freiheitlichen Staat kommen Sie nicht ohne die Beteiligung der Eltern aus.“

(felt/dpa)
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