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Markus Söder zum neuen CSU-Vorsitzenden gewählt

Nachfolger von Horst Seehofer : Markus Söder zum neuen CSU-Vorsitzenden gewählt

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder wird nun auch CSU-Vorsitzender. Auf einem Sonderparteitag am Samstag in München wählten die Delegierten den 52-Jährigen wie erwartet zum Nachfolger von Horst Seehofer.

Söder erhielt 87,4 Prozent der Stimmen, wie CSU-Vorstandsmitglied Joachim Herrmann als Versammlungsleiter verkündete. Horst Seehofer hatte die CSU zuvor gut zehn Jahre angeführt.

Söder erzielte damit zwar ein besseres Ergebnis als Seehofer bei seiner jüngsten Wiederwahl 2017, schnitt allerdings schwächer ab als Seehofer bei seiner ersten Wahl im Oktober 2008. Seehofer hatte damals 90,3 Prozent der Delegiertenstimmen auf sich vereint. 2017 waren es 83,7 Prozent.

Auch für Söder galt im Vorfeld ein Ergebnis von mindestens 90 Prozent als Zielmarke. Er wertete das Ergebnis trotz des Verfehlens dieser Marke als Erfolg. "Wir haben schwer Zeiten hinter uns und umso mehr freut mich jetzt euer Vertrauensvorschuss."

Söder erhielt 674 von 771 abgegebenen gültigen Stimmen. Die Delegierten wählten Seehofer anschließend fast einstimmig zum CSU-Ehrenvorsitzenden.

Damit hat Söder in weniger als einem Jahr zwei Führungsposten von Seehofer übernommen. Im März 2018 war er bereits zum neuen bayerischen Ministerpräsidenten gewählt worden. Seehofer bleibt aber auch nach der Wahl Söders der Bundespolitik erhalten, seinen Posten als Bundesinnenminister will er - trotz zwischenzeitlich anderslautender Aussagen - behalten.

Seehofer hatte sich vor der Wahl Söders als Parteivorsitzender verabschiedet: „Heute gebe ich das Amt des Parteivorsitzenden mit großer Dankbarkeit und mit Stolz in die Hände meiner Partei zurück“, sagte der 69-Jährige vor den Delegierten in seiner Abschiedsrede. Seehofer gab sich dabei betont versöhnlich, einen kurzen Verweis auf die internen Machtkämpfe zu seinen Lasten in den vergangenen Jahren konnte er sich aber nicht verkneifen. „Ich bin froh darüber, dass ich Vieles hingenommen habe, geschluckt habe, nie darüber geredet habe“, sagte Seehofer.

Für die CSU geht es auf dem Parteitag aber um weit mehr als nur um die Neuwahl des Parteichefs: Er markiert mit der Verabschiedung entsprechender Leitanträge den Startpunkt in das Europawahljahr und läutet offiziell auch die strukturelle Erneuerung ein: Bis zum Herbst will die CSU die Parteireform abgeschlossen haben - sie will moderner, jünger, weiblicher und dynamischer werden. Eine Kommission unter Leitung von Generalsekretär Markus Blume soll dazu bis Oktober konkrete Vorschläge machen.

(hebu/AFP/dpa/Reuters)